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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Zehn Monate für brutale Attacke

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein 26-Jähriger hatte vergangenes Jahr beim Eutiner Stadtfest einen 51-jährigen Eutiner vollkommen grundlos niedergeschlagen

„Leute wie sie gehören nicht auf ein Stadtfest“, sagte Richter Otto Witt nach der Urteilsverkündung: Der 26-jährige Angeklagte, der damals in Süsel lebte, hatte vergangenes Jahr auf dem Stadtfest einen 51-jährigen Angestellten in der Nacht zum Sonntag grundlos niedergeschlagen. Der mittlerweile in Mecklenburg lebende Mann wurde gestern im Eutiner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt, die zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem muss er Schmerzensgeld in Höhe von 2000 Euro und die Prozesskosten zahlen.

Auf dem Heimweg vom Stadtfest, kurz nach Mitternacht, war die Frau des 51-jährigen Eutiners vor dem Rathaus von zwei alkoholisierten Männern gezielt angerempelt worden. Als der 51-Jährige die beiden zur Rede stellen wollte, hätten sie sofort äußerst aggressiv reagiert. „Sie wollten eine Schlägerei provozieren“, erklärte der Betroffene dem Richter, „sie sind sofort auf mich zugekommen und haben sich vor mir aufgebaut.“

Ohne Vorwarnung habe der Angeklagte einen Kopfstoß ausgeführt, schilderte das Opfer weiter, seine Brille sei dabei zu Bruch gegangen. Anschließend habe sich der Angeklagte aus dem Sichtfeld des Ehepaars entfernt, kurz darauf sei er, wie die Frau beobachtete, mit Anlauf zurückgekommen und habe ihren Mann mit einem Faustschlag ins Gesicht niedergestreckt: „Er fiel um wie ein gefällter Baum“, sagte sie unter Tränen vor Gericht, „ich dachte, er sei tot.“ Während der brutal Attackierte, dessen Kopf auf das Pflaster geprallt war, bewusstlos auf der Straße lag, seien der Täter und sein Kumpel einfach weggegangen; sie wurden dann von der Polizei gestellt.

Der Überfallene erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und zwei Platzwunden. Seine Frau konnte das Geschehen nur schwer verarbeiten, sie wurde ebenfalls ärztlich behandelt und zwei Wochen krankgeschrieben.

Der Angeklagte sagte dem Gericht, er könne sich angesichts des Maßes seiner Alkoholisierung – deutlich mehr als eine Promille wurden nachgewiesen – an wenig erinnern. Sein 36-Jähriger Freund aus Eutin behauptete ebenfalls, er könne sich an nichts erinnern.

Richter Witt folgte beim Strafmaß der Forderung der Staatsanwältin. Es sei sogar die untere Grenze von dem, was vertretbar wäre. Die Verteidigung hatte versucht, den Vorwurf einer schweren Körperverletzung abzumildern. Diese juristische Bewertung sei unerheblich, sagte Witt, der Angeklagte sei „von einer unglaublichen Aggressivität beseelt“ gewesen. „Das war eine hinterlistige und fiese Nummer“, schrieb er dem Vater zweier Kinder ins Stammbuch, der als Hilfskraft in einem Gartenbaubetrieb arbeitet und nach eigenen Angaben bald eine Ausbildung beginnen will. 2013 war er schon einmal wegen einer Körperverletzung verurteilt worden, die Bewährungszeit war im Frühjahr 2015 abgelaufen.

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erstellt am 31.Aug.2016 | 11:50 Uhr

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