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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 20:50 Uhr

WVE: Angst der Händler überwiegt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kritik am Vorgehen: Kaufmannschaft will ins Baustellenmanagement einbezogen werden / Stadt: „Wir haben es von Anfang an angeboten“

Der Vorstand der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) war nach der Sitzung am Dienstagabend sichtlich zufrieden: Sie bekamen das Votum, das sie brauchten, um geschlossen in künftigen Verhandlungen mit Stadtoberhaupt und Politik für die ganze Kaufmannschaft sprechen zu können. Schade war nur, wenn der oft angesprochene Diskurs zur Politik tatsächlich gesucht wird, dass die Veranstaltung parallel zum im Rathaus tagenden Hauptausschuss stattfand und es so nur zwei politische Vertreter (FDP und SPD) zur WVE geschafft haben.

Aber der Versuch von Jackie Meyer (FDP), das Prinzip der Stadtsanierung zu erklären und weshalb es wichtig sei, den Verkehrsversuch vor deren Abschluss zu machen, wollte gar keiner so richtig hören. Zu groß sei die Angst der Kaufleute, die mehrheitlich ihre Existenz durch die Stadtsanierung bedroht sehen. „Wir können doch nicht durch den Verkehrsversuch noch für zusätzliche Hürden sorgen“, warf Detlef Zinn ein.

„Das ist ein Stadtentleerungskonzept, kein -sanierungskonzept“, tönte Thomas Menke vom Vorstand. „Wo sollen all die Großveranstaltungen auf dem Marktplatz hin, wenn der komplett aufgerissen wird. Meines Erachtens bräuchten wir das nicht“, sagte Marcus Gutzeit. Kurzzeitig schaukelte sich die Stimmung gegen bisherige politische Entscheidungen sogar so weit auf, dass auch der Stopp der Stadtsanierung im Raum stand. Doch dies fand keine Mehrheit. Auch Stefan Knorr vom Weingeist fand mit seinem relativierendem Statement kein rechtes Gehör: „Der Plan ist doch nicht, die Stadt autoleer zu gestalten, sondern der legitime Versuch, den Durchgangsverkehr auf andere Wege zu bringen, um die Situation in der Innenstadt zu beruhigen. Menschen, die nach Fissau oder Malente wollen, fahren jetzt durch den Rosengarten. Die rauszuhalten, wäre für uns alle gut.“ Doch auch das wollte keiner so recht hören. Am Ende hob die Mehrheit der Anwesenden die Hand für die Idee der WVE: „Wir wollen den Verkehrsversuch stoppen. Wenn wir erst einmal ein vernünftiges Parkleit- und Verkehrssystem haben, brauchen wir auch keinen Versuch mehr“, so Menke. Dabei hat die WVE gerade mit ihrem Bestreben in Sachen Parkregelung – erst neu und jetzt zurück zum freien Parken am Nachmittag – gemerkt, dass ein Versuch manchmal gar nicht so verkehrt ist. „Versuch macht schlau“, hieß es kurz vom Vorstand. Und in Sachen Stadtsanierung forderte der WVE-Vorsitzende Klaus Hoth: „Wir müssen dringend ins Baustellenmanagement mit eingebunden werden. Wir haben da auch schon jemanden im Auge und wir haben signalisiert bekommen, dass wir direkt mit eingebunden werden.“

Laut Verwaltung habe es das Angebot des Einbeziehens in Maßnahmen und Planungen schon von Beginn an gegeben, das Interesse der WVE daran sei erst jetzt aufgekommen.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 00:46 Uhr

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