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Ostholsteiner Anzeiger

19. September 2014 | 09:47 Uhr

Lütjenburg : Würde und Emotionen zum Abschied

vom

Das Flugabwehrlehrregiment 6 und die Flugabwehrraketenlehrbatterie 610 verabschiedeten sich am Sonnabend aus Lütjenburg.

Lütjenburg | Eigentlich sollte am Wochenende der 50. Geburtstag der Schillkaserne in Lütjenburg gefeiert werden. Doch aus der Feier wurde jetzt ein Abschied in Würde aber mit vielen Emotionen. Das Flugabwehrlehrregiment 6 und die Flugabwehrraketenlehrbatterie 610 verabschiedeten sich am Sonnabend aus der Stadt von 800 Bürgern auf dem Marktplatz.

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Der Verteidigungsminister Thomas de Maizière gab am 26. Oktober die Standortschließung für Lütjenburg bekannt. Und so mussten die verbliebenen Soldaten statt zur goldenen Jubiläumsfeier am Sonnabend zum Auflösungsappell antreten. Etwa 800 Lütjenburger demonstrierten als Gäste der Veranstaltung ihre enge Verbundenheit zum Militär.
"Die gehören doch hierher"

"Das darf nicht passieren. Die gehören doch hierher", sagte eine Besucherin zu Beginn des Auflösungsappells auf dem Lütjenburger Marktplatz. Als das Heeresmusikkorps 1 unter der Leitung von Oberstleutnant Manfred Peter einmarschierte, herrschte Stille auf dem Marktplatz. Oberstleutnant Arne Collatz-Johannsen begrüßte zahlreiche Repräsentanten - darunter auch Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie (CDU).

Collatz-Johannsen erinnerte an die bewegte Geschichte des Bundeswehr-standortes, die von einem starken Miteinander geprägt war. Es sei stets ein Selbstverständnis gewesen, in Notsituationen, wie etwa den Schneekatastrophen oder Dürreperioden, der Zivilbevölkerung beizustehen. Doch auch umgekehrt konnten sich die Soldaten auf die Bevölkerung verlassen. Bei Manövern etwa sei es oft passiert, dass die Soldaten mit "frischem Kaffee und guter Milch oder sogar mit belegten Broten und Kuchen" versorgt wurden.
Findling als Abschiedsgeschenk

Die enge Beziehung wurde auch im gesellschaftlichen Leben gelebt. Vereine und Verbände, die Gilden und die Feuerwehren in Lütjenburg und Umgebung haben Soldaten in ihren Reihen. Wehmut empfand Collatz-Johannsen, weil "dieses Vertrauensverhältnis so nicht fortgeführt werden kann". Als Abschiedsgeschenk gab es für die Stadt einen schweren Findling, der die enge Verbundenheit symbolisieren soll.

Bürgermeister Lothar Ocker (CDU) tat sich schwer. Er dankte den Soldaten im Namen der Stadt und zeigte sich zuversichtlich, dass im Stadtbild auch weiterhin Soldaten von den Bundeswehrstandorten Todendorf und Putlos präsent sind. Jetzt sei es an der Zeit, den Blick nach vorn zu richten: "Wir müssen uns über die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen klar werden und den Mut und die Energie haben, weit nach vorne zu schauen."
Viele Besucher auch beim Zapfenstreich

Der stellverstretende Kommandur der 1. Panzerdivision und Kommandeur der Divisionstruppen, Brigadegeneral Axel Georg Binder, wies in seinem Grußwort auf die geänderten Aufgaben der Bundeswehr hin. "Im Kalten Krieg, bei der Überwindung der Teilung Deutschlands und dem Aufbau der Armee der Einheit und seit über zwanzig Jahren nunmehr als Bundeswehr im weltweiten Einsatz, einschließlich des Wandels von einer Wehrpflichtigen- hin zu einer Freiwilligenstreitkraft."

Emotionaler Höhepunkt des Auflösungsappells war das Einrollen der Truppenfahne. Bei dem formellen Akt und beim Rückmarsch hielten Soldaten und Lütjenburger ihre Emotionen nicht mehr zurück. Beim anschließenden Empfang für die Ehrengäste wurde auf ein halbes Jahrhundert Gemeinsamkeiten zurück geblickt. Nahezu doppelt so viele Besucher wie auf dem Marktplatz wollten sich am Abend den Großen Zapfenstreich nicht entgehen lassen.

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erstellt am 14.Mai.2012 | 02:24 Uhr

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