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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 12:58 Uhr

Wo bleibt der Sommer?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Viel zu niedrige Temperaturen und immer wieder Regenschauer / Meteorologen sehen keinen Umschwung

Der Sommer kommt einfach nicht in Fahrt. Statt Hundstagen mit anhaltender Hitze liegen derzeit selbst die Tagestemperaturen um die 20 Grad, es ist dicht bewölkt und immer wieder prasseln Schauer nieder. Urlaubsgefühle kommen selten auf. Und es gibt kaum Hoffnung auf einen Wetterwechsel. Zwar soll am kommenden Sonntag und Montag ein Zwischenhoch zumindest ein wenig mehr Wärme bringen. Allerdings sind sich die Meteorologen aus dem Team des Kieler Wetterfroschs Meeno Schrader und vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Hamburg einig: In den nächsten anderthalb bis zwei Wochen gebe es keine Chance auf Besserung, sagten sie unserer Zeitung.

„Die Wetterlage ist sehr festgefahren, da besteht keine Aussicht, dass sich ein Hoch längerfristig etabliert“, sagt Alina Voß von Meeno Schraders „Wetterwelt“. Wie ihr Kollege Karsten Kürbis vom DWD in Hamburg erwartet sie, dass vorerst weiter ein nordatlantisches Tiefdruckgebiet das nächste jagt – „mit relativ niedrigen Temperaturen, Schauerrisiko und sehr viel Wind“. Auf nur 16 bis 18 Grad könnten die Temperaturen am Sonnabend fallen. „Diese Wechselhaftigkeit ist eigentlich typisch für Aprilwetter“, sagt die Expertin. Zur Hartnäckigkeit des Tiefdruckeinflusses trage bei, dass es kaum Temperatur-Unterschiede zwischen den Meeren und der Landmasse geben würde. Grundsätzlich gilt die Regel: Wetterwandel braucht Druckunterschiede, und die gibt es nur, wenn gegensätzliche Temperaturen aufeinandertreffen.

Trotz des gefühlt miesen Sommerwetters: Allzu ungewöhnlich ist die Wetterlage nicht. „Wir befinden uns immer noch innerhalb der sieben Wochen nach Siebenschläfer, an dem in diesem Jahr schlechtes Wetter war“, verweist die Kielerin Voß auf eine alte Bauernregel. Statistisch seien die Temperaturen im Juli in Schleswig-Holstein sogar ein Grad wärmer gewesen als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Auch die Niederschlagsmenge liege im langfristigen Mittel – wenn auch mit Ausreißern in einzelnen, lokal eng begrenzten Gebieten mit Starkregen-Schauern. Kürbis meint: „Die letzten Sommer waren schön – von daher sind die Leute verwöhnt.“ Interview Seite 19

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erstellt am 04.Aug.2016 | 17:36 Uhr

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