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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 19:46 Uhr

„Wir müssen nicht an die Peterstraße“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadtwerke stellen im Ausschuss klar, dass sie im „sensiblen Bereich“ nicht tief graben wollen

„Wenn die Stadt die Oberflächen in der Peterstraße nicht anfasst, müssen wir das jetzt auch nicht“, sagte Marc Mißling Donnerstagabend im Bauausschuss. Ob der Stadtwerke-Chef wusste, was er mit der Äußerung lostrat, bleibt offen. Aber er wollte klarstellen: „Es ist nicht so, dass die Stadtwerke verantwortlich für die Stadtsanierung sind. Sondern wir haben gesagt, wir schauen, welche Arbeiten von uns parallel übernommen werden können, wenn die Stadt dort sowieso arbeitet.“

Boris Sobotta, Leiter der Stadtentwässerung, stellte den Ausschussmitgliedern ein überraschendes Ergebnis vor: „Die Vorflut, die derzeit das Schmutzwasser von fast 2000 Häusern und großen Teilen Neudorfs zur Kläranlage transportiert, liegt derzeit in der Fußgängerzone sehr ungünstig. Unsere Idee wäre jetzt zu sagen, wir bauen in der Albert-Mahlstedt-Straße und dann Richtung Stadtgraben runter eine neue Vorflut. Dies aber auch nicht vor 2018/19.“ Der „neuralgische Punkt“ für die Entwässerung liege direkt unter dem neugestalteten Übergang von der oberen zur unteren Peterstraße. „Das wäre neben dem großen Höhenunterschied der einzige Wermutstropfen“, so Sobotta. Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: „Der Zustand der jetzigen Vorflut in der Peterstraße genüge für die dann nur noch wenigen Zuleitungen, wir würden dann nur an die Hausanschlüsse gehen, die bei der ersten Stadtsanierung nicht gemacht wurden und diese erneuern, wenn die Straße einmal auf ist. Außerdem hätten wir bei künftigen Sanierungsarbeiten an der Entwässerungsleitung durch die alte Vorflut immer noch eine Ausweichmöglichkeit und bräuchten nicht aufwendig abpumpen.“ Dies seien die Ergebnisse nach den Untersuchungen der Suchschachtungen in verschiedenen Bereichen der Peterstraße. Dabei habe sich gezeigt, dass es verschiedene Tiefen zu beachten gibt und gerade im Bereich der entscheidenden Leitungen viele Telekom-Kabel-Pakete liegen. „Das macht es nicht einfacher und spricht auch für die andere Lösung“, so Sobotta.

Marc Mißling ergänzte: „Uns ist klar, dass der Innenstadtbereich Eutins ein ganz sensibler ist und deshalb haben wir uns im Team natürlich Gedanken gemacht, wie wir Eingriffe so schonend wie möglich gestalten können.“ In der Oberfläche würde Mißling die Chance nutzen wollen und Breitband verlegen. Die Bemerkung Christian Kulessas, Technischer Leiter der Stadtwerke, zauberte anwesenden Geschäftstreibenden ein Lächeln ins Gesicht: „Wir hätten von unserer Seite derzeit keinen Grund an die Leitungen zu gehen. Wenn die Stadtentwässerung nichts macht, machen wir an den Gasleitungen auch nichts. Das hätten wir nur aufgrund großer Erschütterungen überlegt, die es geben würde, müsste man die feste Betontragschichten öffnen.“

Dass darin jetzt offensichtlich seitens der Stadtwerke gar kein Bedarf mehr besteht, freut Brauhaus-Besitzer Marcus Gutzeit. „Ich habe nichts dagegen, das Pflaster barrierefreier zu machen, aber nach der Stadtwerke-Aussage bitte Finger weg von den Tragschichten.“ Zu groß schätze er das Risiko ein, die Kaufleute der Stadt könnten die bisher geplanten Baumaßnahmen nicht überleben. „Davor habe ich Angst. Modernisierung ja, aber wir sind kein Sanierungsfall.“ Am Dienstag lädt die WVE zum Thema Stadtsanierung alle Interessierten zur Diskussion im Brauhaus ein (19 Uhr). Gutzeit hofft auf eine breite Rückmeldung und offene Ohren bei den Entscheidern. Seite 3

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erstellt am 18.Nov.2016 | 00:15 Uhr

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