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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 09:01 Uhr

„Wir hoffen auf eine Chance“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Thomas Hüstreich hat eine Vision vom Gesundheitscampus auf dem A-k-tiv-Gelände. Doch bisher fehlt ihm ein Signal aus der Politik

Thomas Hüstreich (56) brennt für seine Vision vom Gesundheitscampus in Eutin und Neumünster. Der A-k-tiv-Chef war nach eigener Aussage der erste, der Sport und Therapie in einem angeboten habe. Jetzt will der 56-jährige Unternehmer einen Schritt weitergehen und die Berufsausbildung von Therapeuten reformieren – in Kooperation mit Dänemark. Als Geschäftsführer der Stadtparkviertel-Entwicklungs mbh plant Hüstreich überregional ausgerichtete Therapie- und Gesundheitszentren mit angegliederten Aus- und Fortbildungseinrichtungen sowie Wohnmöglichkeiten von Penthouse bis barrierefreier Singlewohnung. In Neumünster soll der Schwerpunkt auf der Ausbildung, in Eutin auf der Fort- und Weiterbildung liegen (wir berichteten).

Doch sowohl am Standort Neumünster als auch in Eutin fehlt ihm das „Go“, um seine Pläne in die Tat umzusetzen. „Unsere Planungen sind fertig, aber wir brauchen jetzt die Unterstützung aus der Politik; aus der Bevölkerung habe ich sie schon“, sagt Hüstreich, der von Berater und Ex-Europaminister Uwe Döring sowie Professor Dr. Jens Bothe unterstützt wird. In Eutin muss der Stadtentwicklungsausschuss per Beschluss ein Gewerbe- in ein Mischgebiet umgewandelt werden. Hüstreich: „Bei der Vorstellung der Idee 2011 hatte ich sieben von sieben Stimmen, heute kann ich es nicht einschätzen.“

Kritischen Stimmen der Entwicklungsgesellschaft OH (Egoh), die umgrenzenden Betriebe können in ihrer Produktion eingeschränkt werden, wenn die Lärmschutzemmission eine andere Obergrenze im Mischgebiet bekäme, negiert Hüstreich. „Ich habe mit meinen Nachbarn Raiffeisen gesprochen und die sehen darin keine Probleme. Und wir, als diejenigen, die hier Wohnen möglich machen wollen, sehen darin auch keine Probleme, wir leben ja jetzt schon mehr als zehn Jahre damit und das gut“, sagt der Geschäftsmann.

Claus-Peter Matthiensen, Geschäftsführer der Egoh, sieht die Pläne dennoch kritisch: „Die Stadt Eutin hat einen Flächennutzungsplan, der die Erweiterung des Gewerbegebiets in Richtung B  76 vorsieht. Ich würde der Stadt Eutin von einer Änderung abraten, wenn dadurch die künftige gewerbliche Entwicklung eingeschränkt wird.“ Laut Hüstreich finde schon jetzt Wohnen im Gewerbegebiet statt und da sein geplantes Projekt am Rand sei – angrenzend an ein FFH-Schutzgebiet – könne die Entwicklung mit Gewerbe in diese Richtung nicht erfolgen. Außerdem seien auf den bisherigen Flächen des gesamten Gebietes mehr vorhandene Firmen eher umgesiedelt, als neue hinzugekommen. „Auf die feste Fehmarn-Belt-Querung braucht man 16 Kilometer weit weg von der Autobahn doch nicht hoffen“, so Hüstreich. Und auf das Argument der zu großen Entfernung für altersgerechtes Wohnen sagt er augenzwinkernd: „Semmelhaack hat bei seinem Wohnprojekt 2,7 Kilometer vom Zentrum gesagt, er habe mobile Senioren. Das beanspruche ich auch und wir sind nur 2,5 Kilometer vom Zentrum weg, bieten Busservice an und der Nahversorger ist nur 500 Meter entfernt.“ Außerdem habe er sein Grundstück, auf dem derzeit ein Teil des A-k-tiv steht, nun mal in der Lage und könne den Betrieb nicht einfach versetzen.

In Neumünster fehle ihm noch das Grundstück, das Gutachten über den Verkaufswert erwartet er noch im August. Sonst hat das Beraterteam um Hüstreich auch andere Pläne: „Wir haben einen Interessenten aus Hannover“, sagt Döring, der – wie Hüstreich – gern mit der Idee in Schleswig-Holstein bleiben würde: „Unser Ziel ist es, ein neues Berufsbild zu kreieren, der Deutschen und Dänen einen Abschluss ermöglicht, um auch im jeweils anderen Land arbeiten zu können und auch noch ein Studium draufzusatteln. Dazu kooperieren wir mit einer dänischen und einer deutschen Uni.“ Die Menschen in Ostholstein werden immer älter und pflegebedürftiger, auf der anderen Seite steige der Fachkräftemangel. „Wir versuchen beides zu verbinden. Ich hoffe, die Politik gibt uns dafür eine Chance“, sagt Hüstreich.

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erstellt am 09.Jul.2016 | 00:50 Uhr

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