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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 10:05 Uhr

„Wir dürfen nicht sagen: ‚Das war’s‘“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

90 Prozent der baulichen Anlagen der Gartenschau bleiben erhalten / Bürgermeister wirbt für Engagement bei Nachnutzung

Zum Schluss hat Eutin noch einmal bewiesen, was das besondere der vergangenen 159 Tage in der Stadt ausgemacht hat: Seite an Seite standen Menschen aus Politik, Kultur und Verbänden, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Landesgartenschau (LGS), zahlreiche Ehrenamtliche und viele Gäste um den grünen Staffelstab – den Spaten vom ersten Spatenstich im September 2014 – vom Landesgartenschau-Maskottchen Käpt’n Eu an Bürgermeister Carsten Behnk zu übergeben, der nun, wie er selbst beim Empfang sagte, „die Suppe der restlichen Stadtsanierung auslöffeln“ darf.

„Richtig gut“ fühlte sich Altbürgermeister Klaus-Dieter Schulz, der einst das Großprojekt Stadtsanierung bis 2028 fokussiert und das Experiment Landesgartenschau mit den Stadtvertretern in Eutin erst auf den Weg gebracht hat.

Für den Mut dankte ihm sein Nachfolger Carsten Behnk. Es brauche viel davon, so etwas zu wagen, aber es tat Eutin gut und „Eutin wird weiter gut davon haben“, sagte Behnk. Mit einem „wunderbaren Sommerfest“ habe die Stadt gezeigt, dass sie eine guter Gastgeberin sein könne. „Den Schwung wollen wir mitnehmen und in Zukunft an den Erfolg der Küstenorte anknüpfen, die steigende Besucherzahlen verzeichnen können.“ Auch wenn betriebswirtschaftlich nicht die schwarze Null erreichte werde (wir berichteten), sei es eine Initialzündung, ein Turbo für die Stadtentwicklung gewesen. „Mehr als 90 Prozent der entstandenen Sachen bleiben. Das ist großartig, das sind aber auch viele Punkte, die bespielt werden wollen“, so Behnk. Noch wissen die Verantwortlichen „nicht genau“ wie es weitergeht, „aber es geht weiter und es wäre klasse, wenn sie alle mit dabei bleiben“, warb er um bürgerliches Engagement für die Nachnutzung der Flächen. „Wir dürfen nicht sagen ‚So, das war’s‘, sondern wir müssen unsere Stadt weiter bewerben, zeigen dass Eutin immer eine Reise wert ist“, betonte Behnk.

LGS-Geschäftsführer Martin Klehs hatte einen Kloß im Hals, als er sich bei seinem kleinen 16-köpfigen Team für die Leistungen bedankte: „Ihr seid ganz besondere Menschen und werdet mir fehlen.“ Denn so schnell, wie das Team kurzfristig im Frühjahr vor der Eröffnung der LGS aufgestockt wurde, so schnell laufen auch die Verträge der nicht mehr benötigten Bereiche wie Marketing und Ticketservice aus. „Es war eine tolle Zeit mit jedem Einzelnen. Ohne eure Ausdauer und Engagement für die Sache hätten wir so eine tolle Landesgartenschau nicht hinbekommen“, so Klehs. Er dankte den Eutinern für die Umstände, die es rund um die LGS für den ein oder anderen gab und der großen Zahl an Ehrenamtlern, die hoffentlich auch danach noch die Lust haben, mitzumachen.

Dass die Stadt Eindruck gemacht habe und Eutin eine der Hauptattraktionen des Landes in diesem Jahr war, bestätigte auch Dr. Gerald Finck, Gartenbaureferent des Umweltministeriums. Er bezeichnete die LGS als „farbenfrohen Zwischenschritt auf dem Weg der Stadtgestaltung“. Finck: „Auch wenn es heute offiziell vorbei ist, es wird immer etwas von der LGS bleiben, aber ohne Zaun“.

Perlen der Gartenschau, da waren sich alle Redner einig, ist der Küchengarten, der auch künftig in ähnlicher Form erhalten bleiben und als Bildungsstandort weiter bespielt werden soll. Gewonnen habe auch der Seepark als neues Ausflugsziel für Jugendliche und Familien oder aber auch der restaurierte ehemalige Bauhof unweit der Opernscheune, die – wenn alles klappt – in den nächsten Jahren gegenüber einer Jugendherberge stehen soll.

Doch bevor die Türen für alle wieder geöffnet werden, muss der Gastronom abgebaut haben und müssen Haus- und Studentengärten zurückgebaut worden sein, ebenso alle Kassenhäuser, Zäune und Tore. Ab 17. Oktober soll der Seepark samt Bebensundbrücke und das Areal rund um die Opernscheune wieder zugänglich sein.

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erstellt am 04.Okt.2016 | 00:22 Uhr

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