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Ostholsteiner Anzeiger

02. Dezember 2016 | 23:22 Uhr

„Wir brauchen dringend eine Halle“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

SPD und Freie Wähler sehen Güterbahnhof als falschen Standort, stattdessen am Kleiner See. Doch der Schule wäre damit nicht geholfen

Die Wilhelm-Wisser-Schule hat vor etwas mehr als vier Jahren die Notwendigkeit einer neuen, größeren Halle am Standort Berg (Elisabethstraße) signalisiert. Schnell wurde klar, der Platz reicht für eine Dreifeld-Sporthalle auf dem Gelände nicht aus. Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs rückte in den Fokus von Politik und Verwaltung. Die Argumente, die seit je her dafür genannt werden: Der Platz reicht aus, um eine Halle inklusive Tribüne zu bauen, die für Schul- und Vereinssport gleichermaßen taugt.

Dagegen sprach aus Sicht der Schule das Problem mit der Schulwegsicherung. Doch Gutachten von Polizei und Kreis sahen in der Strecke keine Unmöglichkeit. Für Stadtvertreter und Verwaltung bestand danach kein Problem mehr, die Planungen wurden vorangetrieben, notwendige Beschlüsse mehrheitlich für eine Dreifeld-Halle am ehemaligen Güterbahnhof gefällt. Aus Sicht der Schulleitung sind die Probleme jedoch immer noch nicht vom Tisch: In einem Selbstversuch mit Zweieinhalb Klassen der Neunten und Zehnten begleitet von sechs Lehrkräften sei herausgekommen, das gut 50 Minuten für Weg und Umziehen ohne Geräteaufbau vonnöten sei. Zu lang, zu hoch der Personalaufwand lautete das Argument im jüngsten Schulausschuss gegenüber Verwaltung und Politik. Im Stadtentwicklungsausschuss wurde dann ein Treppenturm samt Lift beschlossen, der in den Hang der Albert-Mahlstedt-Straße gebaut werden soll. Was für Politik und Verwaltung ein teurer aber barrierefreier und kürzerer Zugang, ist für die Schulleitung keine Lösung des Problems. Schulleiter Sven Ulmer auf Nachfrage: „Wie sollen sich da so viele Schüler am besten mit Fahrrädern auf der Treppe begegnen? Wir sind verpflichtet, die Gruppe zusammen zurück zu begleiten.“

Die Alternative, die SPD und FWE seit längerem befürworten, stattdessen lieber eine Halle am Kleinen See zu bauen, damit gleichzeitig die dort ansässige Grundschule auch davon profitiere, würde den Wisserschülern nichts nutzen. Christian Lux, stellvertretender Schulleiter der WWS: „Das Problem des Weges und der Begleitung wäre für uns das gleiche.“ Aber ganz ohne neue Halle funktioniere es eben auch nicht, die Zustände unter denen derzeit Sport unterrichtet werde, seien nicht für die Ewigkeit haltbar.

Eine Entwicklung aber am Standort Berg ist nicht in Sicht, bevor dort nicht die derzeit genutzte Turnhalle abgerissen werden kann. „Wir können dort nichts weiterentwickeln, wenn die Sporthalle am Güterbahnhof nicht gebaut wird. Es ist verständlich, dass Herr Ulmer alles zentral an einem Ort vereinen möchte, doch der Platz auf dem Gelände lasse das nicht zu“, sagt Monika Obieray (Grüne) auf Nachfrage. Und bisher sei immer klar gewesen: „Erst die Halle mit Bau in 2017, dann können wir, wenn es gut läuft, den Standort am Berg 2018 weiterentwickeln.“ Das langfristige Ziel sei, die Sekundarstufe, die derzeit am Kleinen See untergebracht ist, mit am Berg einziehen zu lassen, um am Kleinen See den Grundschulstandort aus den baufälligen Pavillons in ein festes Gebäude einziehen zu lassen. Obieray: „Wenn die Pavillons abgerissen werden können, könnte die Stadt mit dem Grundstücksverkauf für ein paar Einfamilienhäuser Geld verdienen.“

Aus Sicht der SPD gehört die geplante Sporthalle aber an den Kleinen See: „Wenn die Schulsporthalle am Kleinen See gebaut würde, kann sie von der Schule am Kleinen See, der Wilhelm-Wisser-Schule und den Sportvereinen genutzt werden, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Westphal. Auch die Freien Wähler sind für einen Hallenbau am See, sehen in der Zuwegung, die neu gestaltet werden müsste, keine Probleme. Zwei Hallen könne sich Eutin nicht leisten, Westphal: „Wir unterstützen den Bau einer Schulsporthalle. Aber wir stehen auch für die Konsolidierung des Eutiner Haushalts.“

Eutin habe bereits mit der Entscheidung für ISEK, Sporthalle, Stadtsanierung, Landesgartenschau und Feuerwehrgerätehaus gewusst, in welche Richtung der Haushalt marschiere, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rachfahl: „Wir halten uns an die bestehenden Beschlüsse.“ Das Problem des Schulleiters nehme Rachfahl ernst, aber auch mit einer Halle am See seien die nicht aus dem Weg.

Margret Möller (FDP) sagt dazu: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Da können sicher Lösungen gefunden werden. Am Berg ist eine Halle für Sport und Vereine nicht machbar. Wir brauchen aber dringend eine. Statt die Pläne immer wieder zu zerreden, sollten wir endlich mit dem Bau beginnen.“ Planungsbüro und Verwaltung arbeiten daran, heißt es aus dem Rathaus.


















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erstellt am 27.Okt.2016 | 00:19 Uhr

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