zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 08:03 Uhr

Windkraft: Jetzt sprechen Anwälte

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Anwaltliches Schreiben befeuert die Sitzung des Bosauer Bauausschusses am kommenden Dienstag in der Latendorf-Turnhalle

In der Diskussion um die Windkraft in der Gemeinde Bosau werden jetzt offenbar härtere Bandagen angelegt: Die Firma Gamesa, sie will drei der fünf Windkraftanlagen zwischen Hutzfeld und Majenfelde bauen, hat jetzt Donnerstag anwaltlich mitteilen lassen, dass Gründe für ein Einvernehmen vorliegen und eine Genehmigung zum Bau ihrer Windräder zu erteilen ist.

Damit befeuert Gamesa die anstehende öffentliche Sitzung des gemeindlichen Bauausschusses, der am Dienstag, 8. November, ab 19.30 Uhr tagt. Wegen des erwarteten Interesses findet die Sitzung in der Fritz-Latendorf-Halle statt. „Dort ist Platz für 150 Zuschauer“, sagte Bürgermeister Mario Schmidt gestern vor Journalisten. Mit dabei sind Planer Andreas Nagel, Vertreter der Firmen Denker-Wulf und Gamesa sowie der Anwalt der Gemeinde Bosau. Mario Schmidt wird ins Thema einführen und die Einwohner werden auch während der jeweiligen Tagesordnungspunkte mit diskutieren können.

Die Vorverträge mit Gamesa hätten den gemeindlichen Fachausschuss passiert, schreiben die Gamesa-Anwälte jetzt an die Gemeinde Bosau. Ein Warten auf die Landesentwicklungsplanung sei nicht mehr erforderlich. Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt hat für die Gemeinde ebenfalls einen Anwalt beauftragt, der bis zur Sitzung am Dienstag eine Stellungnahme anfertigen soll.

Zwischen Hutzfeld und Majenfelde werden insgesamt fünf Windkraftanlagen geplant: drei Gamesa-Windräder mit jeweils 184 Meter Gesamthöhe und zwei Windräder der Firma Denker-Wulf mit jeweils 192 Meter Gesamthöhe. Zum Vergleich: der Siloturm in Hutzfeld ist 36 Meter, der Funkmast in Brackrade etwa 53 Meter hoch. Die Gemeinde Bosau hatte die Fläche bereits 2009 zur damaligen Regionalplanung des Landes gemeldet.

Die Gemeinde Bosau wartet jetzt jedoch noch auf die Landesplanung. Die Landesregierung will nämlich jetzt landesweit geordnet Flächen für Windräder ausweisen. Mario Schmidt rechnet im nächsten Jahr mit den Plänen, Zahlen, Daten und Fakten. „Und vorher sollte die Gemeinde Bosau auch nicht ihr Einvernehmen erteilen“, schlägt er dem Bauausschuss vor. Denn: wer weiß, was das Land noch in Sachen Windkraft in der Gemeinde Bosau plant. Kritiker befürchten, dass es insgesamt über 60 „Giganten“ in der Gemeinde im Herzen der Holsteinischen Schweiz werden könnten. Befürworter meinen, dass auch mit Hilfe von Windkraft Atomkraftwerke entbehrlich werden könnten.

Warum plötzlich die Eile von Gamesa? Es geht um Geld. Denn ein späterer Baustart vielleicht erst im nächsten Jahr schmälert die erwartete Vergütung in offenbar empfindlicher Höhe. Deshalb wurde der Antrag von Gamesa bereits im Mai dieses Jahres an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) gerichtet. Und die Behörde hat im September die Gemeinde binnen Frist von zwei Monaten zu einer Meinungsbildung aufgefordert. Die Entscheidung wird am Ende allerdings vom LLUR getroffen. Die Gemeinde Bosau jedenfalls zeigt sich doch verunsichert, weil Termine ständig verschoben werden.

Die Meinungsbildung in der Gemeinde Bosau wird jetzt am Dienstag im gemeindlichen Bauausschuss getroffen und gleich am Mittwoch darauf per Boten ins LLUR nach Flintbek gebracht, sagte Mario Schmidt.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Nov.2016 | 13:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen