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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 16:41 Uhr

Gemeinde Bosau : Windkraft-Anträge erreichen Bosau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gemeindlicher Bauausschuss am 8. November einberufen. LLUR fordert bis zum 14. November Stellungnahme der Gemeinde Bosau

Zwei Betreiber wollen im Bereich Tedrahnshöh Windräder zur Stromerzeugung bauen: Gamesa und Denker & Wulf. In die Vorhaben scheint Bewegung zu kommen, denn das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die Gemeinde plötzlich zur Stellungnahme bis zum 14. November aufgefordert. Für Dienstag, den 8. November, ist jetzt eine Sitzung des gemeindlichen Bauausschusses einberufen worden.

Bereits Anfang April hatte das LLUR der Gemeinde Bosau die Antragsunterlagen von Gamesa überlassen. Doch aufgrund des landesweit verhängten Planungs-stopps musste das Antragsverfahren nicht weiterverfolgt werden. Doch jetzt geht es offenbar weiter. Die Gemeinde Bosau interveniert beim LLUR.

Welch ein Zufall: Gerade in der vergangenen Woche erreichte die Gemeinde Bosau nach OHA-Informationen eine Mail der Firma Denker & Wulf, die gemeinsam mit den Stadtwerken Eutin zwei Standorte für Windenergieanlagen im Bereich Tedranshöh errichten will. Ein Sprecher des Unternehmens sieht eine „große Chance, noch dieses Jahr eine Genehmigung zu erhalten“. Das liege hauptsächlich daran, dass der Naturpark nicht mehr als Tabukriterium bei der Suche und Festlegung von Windvorrangflächen eingestuft werde. Die Stromlieferanten sehen gute Chancen, vor der Veröffentlichung des Entwurfs des neuen Regionalplans eine Ausnahmegenehmigung von der Landesplanung für den Genehmigungsantrag zu erhalten. Sogar die Luftfahrtbehörde habe bereits eine positive Stellungnahme abgegeben. Eine vorzeitige Genehmigung scheint wichtig, weil die EEG-Vergütung im nächsten Jahr um bis zu 1,5 Cent je Kilowattstundde reduziert werden soll.

Denker & Wulf habe den bereits im vergangenen Jahr eingereichten Antrag auf Genehmigung der Windräder um die vom LLUR gewünschten Nachforderungen ergänzt und werde ihn in den nächsten Tagen beim LLUR einreichen. Offensichtlich haben sich die Größen der Anlagen, die Standorte und die Erschließung des Windparks über einen nicht öffentlichen Gemeindeweg nicht geändert.

Abweichungen, so das Unternehmen in einem Brief an Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt weiter, gebe es bei den Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff ins Landschaftsbild. Die erfolgten in monetärer Form gegenüber dem Kreis Ostholstein, also nicht mehr in der Gemeinde Bosau.

Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt erklärt gestern im OHA-Gespräch, dass es bei den aktuellen Anträgen von Gamesa und Denker & Wulf nicht um die Flächen in der Gemeinde Bosau gehe. Der neue Regionalplan werde erst Anfang des nächsten Jahres erwartet. Den beiden Firmen gehe es um die vorzeitige Erteilung von Baugenehmigungen. Darüber habe der Bauausschuss am 8. November zu beschließen – vermutlich vor einem „etwas größeren Auditorium“ in der Sporthalle. Zu dieser Sitzung kündigte Mario Schmidt die Erarbeitung von Alternativen durch die Gemeinde Bosau an. Und wenn die Unterlagen zum neuen Regionalplan vorliegen, dann werden sie ebenfalls der Gemeinde vorgestellt.  

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erstellt am 28.Sep.2016 | 11:45 Uhr

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