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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 19:36 Uhr

Wenn der Hafenarzt an Bord kommt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Inspektion auf der „Aida Vita“ nach dem Auftreten mehrerer Magen-Darm-Erkrankungen / Routine-Einsatz nach einer Stunde beendet

Die 1182 Passagiere des Kreuzfahrtschiffes „Aida Vita“ mussten am Sonnabendmorgen ein wenig auf das Aus-Checken warten. Kaum hatte das Schiff um 7 Uhr am Ostseekai angelegt, kletterte Dr. Angela Wencke an Bord. Die Hafenärztin des Kieler Gesundheitsamtes war nach dem Auftreten von über 200 Magen-Darm-Erkrankungen auf dem zweiwöchigen Törn der „Aida Vita“ hellhörig geworden. Doch die Inspektion lieferte keine Auffälligkeiten. Bereits um kurz nach 8 Uhr gab die Medizinerin die Freigabe zum Verlassen des Schiffes. Noch am Abend startete der Kreuzfahrer zur nächsten großen Ostseereise.

Angela Wencke ging es darum, mögliche Ansteckungsherde auf der „Aida Vita“ zu entdecken. Doch weder die Hygiene in den medizinischen Räumen an Bord noch die Küche oder das Büfett gaben Grund zu Beanstandungen. Die Kieler Hafenärztin geht deshalb davon, dass die Erkrankungen auf Ansteckungen von Mensch zu Mensch zurückzuführen sind: „Das Noro-Virus ist hochinfektiös. Es reicht aus, wenn ein einziger Passagier den Erreger mitbringt.“

Wie die Medizinerin erklärte, sind Magen-Darm-Erkrankungen auf großen Kreuzfahrtschiffen nicht unüblich. Ähnlich wie in Schulen oder Kindergärten erleichtere auch die Situation auf einem Kreuzfahrer die Ausbreitung. „In den zentralen Restaurants begegnen sich die Menschen jeden Tag, da muss nur mal jemand husten“, beschreibt die Kieler Ärztin und fügt hinzu: „Das Risiko ist vorhanden, jeder kennt es.“ Zuletzt gab es 2015 auf der „Artania“ einen ähnlichen Ausbruch mit 150 Fällen.

Allerdings: Auch auf der „Aida Vita“ handelte es sich um klassische undramatische Krankheitsverläufe. Die Symptome verschwanden meist bereits nach 24 Stunden. Als die Hafenärztin am Sonnabendmorgen an Bord kam, waren noch drei bis vier akute Fälle übrig. Die Erkrankten wurden, wie Angela Wencke sagt, von Bord geleitet. „Aber es gab keine speziellen Krankentransporte.“

Wie die Hafenärztin ergänzte, werden die Schiffsführung und die Reederei genau beobachten, wie sie die medizinische Situation an Bord entwickelt. An der Kooperation gab es für Angela Wencke nicht auszusetzen. Ganz im Gegenteil: „Die Zusammenarbeit war hervorragend, die Begehung eine reine Routinemaßnahme.“ Die „Aida Vita“ nahm nach einem Seetag gestern Kurs auf schwedische Visby. Stockholm, Mariehamn (Finnland) und St. Petersburg stehen ebenso auf dem Programm wie mit Tallinn, Riga und Klaipeda alle drei baltischen Länder. Letzter Halt wird in Danzig sein, bevor es nach der großen Ostseeschleife dann wieder zurück nach Kiel geht.  

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erstellt am 22.Mai.2016 | 16:05 Uhr

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