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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 10:42 Uhr

Wenn Briefwechsel Geschichte machen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Es ist ein Abschnitt schleswig-holsteinischer Regionalgeschichte, der bis heute nur in Grundzügen bekannt ist: Die Regentschaft des Herzogs Hans-Adolph von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön in den Jahren 1671 bis 1704. Um das zu ändern, opferte der hauptberufliche Justiziar Claus Ulrich über mehrere Jahre etliche Stunden seiner Freizeit, in denen er einen geschlossenen Briefzyklus des Herzogs mit seiner Ehefrau Dorothea Sophie entschlüsselte und so der breiten Leserschaft zugänglich machte. Das Ergebnis seiner Arbeit mit dem Titel „Hertz Allerliebstes Hertz“ ist gestern im Kreismuseum offiziell vorgestellt worden. Das Werk ist eine Reminiszenz an das frühneuzeitliche Plön, aber auch an den Menschen Claus Ulrich.

„Sein besonderes Interesse galt immer der Frage, wie die damalige Gesellschaft im tägliche Miteinander funktionierte“, sagt Elisabeth Rübcke über den 2009 verstorbenen Claus Ulrich. Die beiden lernten sich einst über die Arbeit für den Damenstift Plön kennen, doch schon bald unterstützte Rübcke ihren Kollegen auch bei dessen historischen Recherchen. Daher sei es für sie auch sofort klar gewesen, das Werk Ulrichs nach dessen Ableben zu
vollenden. Unterstützung dafür fand sie bei Gerhard Kay Birkner, pensionierter Physiker und passionierter Hobbyhistoriker, der den wissenschaftlichen Wert von
Claus Ulrichs Manuskripten schnell erkannte: „Die Aufarbeitung regionalgeschichtlicher Quellen in einem solchen Umfang durfte einfach nicht verloren gehen.“

„Hertz Allerliebstes Hertz“, der Buchtitel geht zurück auf die Anrede der Herzogin für ihren Mann, umfasst nun 26 Briefe Dorothea Sophies an Hans Adolph. Und obwohl dessen Antwortschreiben „leider verloren sind, wird über die Ausführungen der Herzogin schon deutlich, welche Themen die Menschen damals bewegten“, ist sich Wolfgang Griep, in dessen Verlag das Buch erscheint, sicher. Wer darüber selbst mehr erfahren will: Ein Exemplar der 112-seitigen Lektüre kostet 9,80 Euro, erhältlich ab heute in ausgewählten Buchhandlungen in Plön und Eutin.

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