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Ostholsteiner Anzeiger

27. März 2017 | 02:48 Uhr

Weiter Streit um das Aus für Geburtshilfe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

CDU und Grüne fordern Aufschub für Schließung der Geburtshilfe in Oldenburg

An der Schließung der Geburtshilfe in Oldenburg zum 1. August lässt die Sana Kliniken Ostholstein GmbH nicht rütteln. „An den Fakten hat sich nichts geändert, wir können das Risiko nicht länger übernehmen“, sagte Sana-Sprecherin Dr. Barbara Kempe gestern dem OHA.

Sie lehnte damit die Forderung der Kreistagsfraktionen von CDU und Grünen ab, die Schließung zu vertagen, bis neue Argumente von Hebammen und zum Notfall-Konzept des Rettungsdienstes aufgearbeitet seien. Grünen-Chefin Monika Obieray verwies zur Begründung auf die einstimmig verabschiedete Resolution des Kreistags dazu und sagte: „Ein privater Krankenhauskonzern handelt aus wirtschaftlichen Gründen, das muss er auch tun. Wir haben aber nicht damit gerechnet, dass Sana die Schließung kalt durchzieht, bevor eine optimale Lösung für die Schwangeren im Nordkreis in Sicht ist.“

CDU-Fraktionschef Timo Gaarz zeigte sich irritiert über neue Gutachten, wonach die maximale Fahrzeit zur nächsten Geburtsstation maximal 30 Minuten betragen dürfe. Es sei „befremdlich“, dass diese Expertise dem Sozialministerium in Kiel nicht bekannt sein solle. Gaarz: „Die CDU erwartet von Ministerin Alheit, dass die Notbremse gezogen wird und die Schließung nicht vollzogen wird. “

Dem hielt Dr. Kempe entgegen, dass für die Sana Kliniken die Qualität der Versorgung von Mutter und Kind während und nach der Geburt an erster Stelle stehe. Die medizinisch empfohlenen Strukturen für die Qualität in der Geburtshilfe würden in Oldenburg nicht mehr erfüllt. Und mit 180 Geburten im Jahr sei man dort weit entfernt von den 700, die von der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin als Mindestzahl genannt werde, um im Umgang mit Komplikationen sicher zu sein.

Auf die Sicherheit der medizinischen Versorgung bei Entbindungen pocht bisher auch das Sozialministerium. Dabei spiele die Entfernung zur Klinik eher eine untergeordnete Rolle, hieß es in Kiel. Vertreter des Ministeriums treffen sich morgen mit den Kreistagsabgeordneten, Rettungsdienst und Sana-Verantwortlichen in Eutin zu einem Runden Tisch.





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erstellt am 27.Jun.2014 | 13:01 Uhr

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