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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 05:22 Uhr

Wasserpreis wird neu berechnet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vor allem Familien und Haushalte in Mehrfamilienhäusern zahlen durch das geplante neue Gebührenmodell deutlich mehr als bisher

Für die einen wird es günstiger, die anderen werden teils deutlich mehr zahlen müssen: Die Malenter müssen sich auf Änderungen bei den Wasserpreisen einstellen. Der Leiter der Gemeindewerke, Olaf Bennühr, plant ein neues Gebührenmodell, über das der Werkausschuss am morgigen Donnerstag ab 18 Uhr bei seiner Sitzung im Wasserwerk Benz beraten soll.

Bislang zahlen rund 98 Prozent aller Malenter Haushalte eine jährliche Grundgebühr von 78 Euro für die kleinste verfügbare Zählergröße. Dazu addiert sich die Benutzungsgebühr (Kubikmeterpreis) in Höhe von 1,98 Euro pro Kubikmeter. Künftig soll es etwas komplizierter werden.

Bennühr wollte auf Anfrage zu dem neuen Gebührenmodell vor der Ausschusssitzung keine Zahlen nennen. Nach OHA-Informationen sind gestaffelte Grundgebühren und gleichzeitig ein niedrigerer Kubikmeterpreis vorgesehen. Wer bis zu 50 Kubikmeter Wasser im Jahr verbraucht, zahlt demnach nur noch 64,49 Euro Grundgebühr. Wer zwischen 51 und 100 Kubikmeter verbraucht, zahlt im Vergleich zu bisher eine deutlich höhere Grundgebühr: nämlich 110,28 Euro. Die Staffelung geht wie folgt weiter: 156,07 Euro (101 bis 150 Kubikmeter); 201,85 Euro (151 bis 200 Kubikmeter) und 247,64 Euro (201 bis 500 Kubikmeter). Im Gegenzug soll die Benutzungsgebühr unabhängig von der verbrauchten Wassermenge von derzeit 1,98 Euro pro Kubikmeter auf 1,67 Euro sinken.

Drei Beispiele: Wer etwa als Alleinstehender im Einfamilienhaus 40 Kubikmeter im Jahr verbraucht, zahlt deutlich weniger: 131,29 statt 157,20 Euro. Wer jedoch 80 Kubikmeter verbraucht (Zwei-Personen-Haushalt), zahlt mehr: 243,88 Euro statt 236,40 Euro. Bei 160 Kubikmetern (Vier-Personen-Haushalt) steigt der Preis erheblich: von 394,80 auf 469,05 Euro. Verlierer des neuen Gebührenmodells könnten neben Familien Haushalte in Mehrfamilienhäusern sein, die sich bislang einen Anschluss für 78 Euro teilten. Sie müssten aufgrund ihres Gesamtverbrauchs eine deutlich höhere Grundgebühr stemmen.

Hintergrund der neuen Gebührenordnung ist nach Angaben der Gemeindewerke eine Forderung des Gemeindeprüfungsamtes. Dieses verlange ein neues Gebührenmodell „zur Steigerung der grundgebührenabhängigen Einnahmen“. Außerdem sei Ziel, „die daraus resultierende Gebührenanpassung gerechter auf die Nutzer der Wasserversorgungsanlagen zu verteilen“, wie es in der Vorlage der Gemeindewerke heißt.

Die geplanten Aufwendungen und Erträge der Gemeindewerke steigen gegenüber diesem Jahr. Die Aufwendungen von 1,46 auf 1,55 Millionen Euro, die aus den Gebühren gespeisten Erträge von 1,65 auf 1,77 Millionen Euro. Neben der Konzessionsabgabe an die Gemeinde und der Zuführung in die Rücklage muss 2017 auch eine Unterdeckung aus 2015 erwirtschaftet werden. So schlagen laut Vermögensplan vorgezogene und unvorhergesehene Maßnahmen im Wasserwerk Benz mit rund 41  500 Euro zu Buche. Hinzu kommen viele Investitionen: etwa ein Hallenneubau in der Neversfelder Straße, der Neubau des Absetzbeckens und eine Brunnenstubenanhebung in Benz, der Einbau eines Spezialventils im Hochbehälter Godenberg sowie die Erneuerung des EDV-Servers und von Leitungen im Rohrnetz.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 16:26 Uhr

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