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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 05:11 Uhr

Was zählt, ist die Nähe zum Wasser

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Erstmals beschreiten die drei Wirtschaftsförderer aus der Kiel-Region einen gemeinsamen Weg, um Investoren in den Norden zu holen

Von der Konkurrenz zur Kooperation: Im Bereich der Ansiedlungspolitik hat sich die Stadt Kiel mit den beiden Nachbarkreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde auf eine neue Vermarktungsstrategie verständigt. Erstmals werden die drei Wirtschaftsförder-Gesellschaften auf der Expo-Real gemeinsam finanzkräftigen Investoren ihre attraktivsten Gewerbeflächen anbieten. Die Messe in München gilt in der Branche als Europa größte Fachmesse.

Innerhalb des Schleswig-Holstein-Standes und – selbstbewusst genug – direkt gegenüber dem Hamburger Büro sucht die Kieler Region nach Investoren und Unternehmen, die es in den Norden zieht. Bei der Vermarktung können die Anbieter eine Trumpfkarte ausspielen, die im nationalen Wettbewerb sticht: die Nähe zum Wasser, sei es nun die Lage am Kanal oder die Nachbarschaft zur Kieler Förde.

„Wir wollen gemeinsam Flagge zeigen“, erklärten gestern Werner Kässens als Geschäftsführer der Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi) und seine beiden Kollegen Kai Lass (Wirtschaftsförderung Rendsburg-Eckernförde) sowie Knut Voigt (Wirtschaftsförderungsagentur Kreis Plön). Als Vorbereitung auf die Expo-Real, die vom 4. bis zum 6. Oktober läuft, haben sie eine Liste mit den zehn Top-Standorten der Kieler Region vorbereitet (siehe Extra-Kasten).

Prunkstück ist das zwischen Holtenau und Friedrichsort gelegene MFG-5-Gelände im Kieler Norden. Das 80-Hektar-Areal soll neben Wohnungen (für Kiels steigende Einwohnerzahl) auch dem produzierenden Gewerbe den nötigen Platz geben. Es bietet neben der Nähe zum Flughafen, dem Anschluss an die Stadtautobahn und nutzbaren Bahngleisen auch die „Kaikante“. Soll heißen: Bei Bedarf können Waren übers Wasser transportiert werden. Die Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von „harten“ Ansiedlungsfaktoren – und die Kieler Region bwegt sich im Norden „in der ersten Reihe“.

Aber auch mit den „weichen“ Kriterien will der Kieler Großraum punkten. Dazu gehören Freizeitmöglichkeiten und Lebensqualität, Schulausbildung und Kinderbetreuung, aber auch die Nähe zur Hochschule – und damit die Perspektive, rechtzeitig neue Fachkräfte zu engagieren. Die drei Partner haben erkannt, dass sie diese Anforderungen in der Kooperation besser meistern können. Ein gutes Beispiel ist Rendsburg-Port, Schleswig-Holsteins erster und einziger Schwerlasthafen. Das bayerische Unternehmen Max Bögl baut und verschifft hier jährlich 200 Türme für Windkraftanlagen. Schätzungsweise die Hälfte der Mitarbeiter aber wohnt in der Stadt Kiel.
 

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erstellt am 30.Sep.2016 | 18:54 Uhr

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