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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 09:59 Uhr

Was schön war, soll schön bleiben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zum Schluss der Landesgartenschau äußern Besucher Lob, Kritik und Zweifel an der Entwicklung der Stadt Eutin nach dem Großereignis

159 Tage Landesgartenschau sind vorbei. Wie ist sie bei den Menschen angekommen? Welche Attraktion wurde von den Besuchern besonders begrüßt? Und vor allem: Wo üben sie Kritik? Der Ostholsteiner Anzeiger machte gestern eine kleine Umfrage, nicht repräsentativ, aber durchaus lehrreich.

Familie Hass aus Laboe ist mit allerlei Proviant in der Tasche für das große Finale nach Eutin gereist. Aufgefallen sei allen die „schöne Entwicklung des Geländes“. Als die vierköpfige Familie im Mai das erste Mal zu Besuch auf der LGS war, seien viele Stellen noch „ziemlich kahl“ gewesen. Die Landesgartenschau habe allen sehr gut gefallen, für den Sohn seien schöne Spielgeräte vor Ort gewesen. Auf die Frage, was der ganzen Familie denn am besten an der Landesgartenschau gefallen habe, waren sich alle einig: der Küchengarten. „Sie haben es geschafft, das Alte mit dem Neuen zu verbinden, das finde ich besonders schön“, sagt Oma Hass zu ihrem Lieblingsplatz. Die LGS sei „ein Gewinn für die Stadt“. Durch die neu entstandene Infrastruktur seien neue Perspektiven für Eutin geschaffen worden.

Auch Petra (46) und Karsten (51) Klüver fanden am Tag der Deutschen Einheit den Weg nach Eutin. Sie kommen aus Röbel und haben die Landesgartenschau oft besucht. Beiden habe sie „sehr gut“ gefallen. „Wir waren von Anfang an begeistert“, sagt Petra Klüver. Das Ehepaar schwärmt von der ersten Blüte, die in diesem Jahr besonders schön ausgefallen sei. Auch ihr Lieblingsplatz am klein angelegten Strand im Seepark hat besondere Eindrücke hinterlassen: „Die Strandkörbe waren einfach toll.“

Wie es mit Eutin nach der Landesgartenschau weitergeht? Wenn man Petra und Karsten Klüver fragt, so sieht die Zukunft der Stadt sehr gut aus. „Eutin ist attraktiver, die Stadtbucht endlich vorzeigbar“, sagt Karsten Klüver. „Es ist eine Bereicherung für Eutin.“

Die beiden Schülerinnen Jasmin (16) und Milena (15) wollten auch den letzten Tag der Landesgartenschau nicht verpassen. „Nach der Schule waren wir jeden Tag hier“, sagt Jasmin zu ihrer Zeit auf der LGS. Beide hätten sich gleich zu Beginn der Landesgartenschau im April eine Jahreskarte gekauft.

Die Mädchen blicken zurück und erzählen, sie hätten auf der Landesgartenschau ihre Freunde getroffen und gemeinsam in Sitzsäcken oder Hängematten Freizeit genossen. „Ganz entspannt“, bezeichnet die 16-jährige Milena ihre Zeit auf der Landesgartenschau, „man hat sich dran gewöhnt“. Mit dem Ende der Landesgartenschau geht für die Mädchen eine schöne Zeit zu Ende geht, das wird schnell klar. „Die Konzerte waren besonders toll“, sagt Milena und fügt hinzu: „Es wäre cool, wenn noch einiges bestehen bleiben würde“. Auf die Frage, ob sich für Eutin in Zukunft etwas ändern wird, bleiben die Schülerinnen zurückhaltend. Beide sind jedoch nicht der Meinung, dass die LGS großen Einfluss auf Eutins Entwicklung haben werde.

Ganz gemütlich ließ es ein älteres Ehepaar am gestrigen Feiertag auf der Landesgartenschau zugehen. Beide hatten sich einen ruhigen Platz gesucht, um das Spektakel am Abschlusstag zu verfolgen. Sie seien schon seit 1946 in Eutin – passend zum 70. Landesgeburtstag, der am Wochenende groß gefeiert wurde. „Wenn man schon Eutiner ist, kann man sich auch dran beteiligen“, meint ein Jahreskartenbesitzer zur Landesgartenschau, der nicht genannt werden will. Beide sind begeistert von der LGS. Seine Frau sagt: „Es war wirklich ganz ganz toll“. Wie für so viele andere Besuchern war auch der Küchengarten das absolute Highlight für die beiden Eutiner. Das Kochen habe beiden besonders gut gefallen.

Das Ehepaar ist sich jedoch nicht sicher, wie viel von dem neu Erbauten wohl erhalten bleibt. Mit Blick auf das Kinderschiff „Bounty“, das am Schloss seinen Platz hat, sagt sie: „Für die Kindergärten war das eine tolle Sache.“ Es sei wirklich schade, dass die Stadt dieses Kinderparadies aus Denkmalschutzgründen wieder abbauen werde. Obwohl den beiden die Landesgartenschau sehr gut gefallen hat, blicken sie zweifelnd in Eutins Zukunft. „Für Eutin wird sich trotz LGS nicht viel ändern.“

159 Tage Landesgartenschau – 159 Tage, die bei zahlreichen Besuchern viele Eindrücke hinterlassen haben. Das Ereignis war für Eutin eine große Bereicherung. Ob und inwieweit sich etwas für die Stadt ändern wird, muss sich noch zeigen.

 

 

 

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erstellt am 03.Okt.2016 | 17:19 Uhr

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