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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 16:41 Uhr

Was passiert nach der Gartenschau?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

An einigen Orten ist die Nachnutzung der Flächen geklärt, doch wer pflegt den Seepark künftig? Stadt feilt an Konzept / Veranstaltung geplant

Wie kann es gelingen, die zur Landesgartenschau geschaffenen Werte auch nach der Veranstaltung zu erhalten und zu pflegen? Eine Frage, die nicht nur das Rathaus und Eutiner LGS-Besucher umtreibt, sondern auch die Selbstverwaltung. Auf Initiative der SPD wurde im jüngsten Bauausschuss das Thema aufgegriffen.

„Uns geht es um eine Art Bestandsaufnahme: Was kommt auf uns zu, in welcher Form sind wir als Stadt für was verantwortlich und wie schaffen wir es, das bürgerliche Engagement auch ins Jahr 2017 hinüber zu retten“, erklärte Hans-Georg Westphal (SPD) den Antrag seiner Fraktion. „Ich schätze das ehrenamtliche Engagement als sehr hoch ein und im Vergleich zu vielen anderen Gartenschauen haben wir ein gutes Nachnutzungskonzept, das Stadtentwicklung 2016 plus heißt“, antwortete Bauamtsleiter Bernd Rubelt. Bei zahlreichen Flächen sei bereits im Vorfeld darauf geachtet worden, wie die langfristige Entwicklung der Stadt damit aussehe. Rubelt nannte Beispiele: „Aus dem Haupteingang am Süduferpark wird der Wohnmobilstellplatz, das Areal der Kulturgärten an der Oldenburger Landstraße ist für Wohnen vorgesehen, aus dem Bauhofareal soll sich ein Kulturareal entwickeln“. Dabei soll langfristig der Kuhstall abgerissen werden und Platz für eine Jugendherberge machen.

Der Pflegeaufwand der Flächen sei noch nicht in Gänze ermittelt, demnach könnten jetzt auch keine Aussagen zu den Belastungen des Baubetriebshofes gemacht werden. Fest stehe aber, dass es mehr zu pflegen gebe. Rubelt setzt auf bürgerschaftliches Engagement. „Wir wollen dazu zeitnah eine Veranstaltung im September organisieren, in der wir informieren, aber auch Interessierte gezielt ansprechen wollen.“

Gesprochen werden muss aus Rubelts Sicht noch mit der Stiftung Schloss Eutin. „Wir als Stadt sind für die Landschaftspflege verantwortlich. Doch aus alten Verträgen ist der Küchengarten ausgenommen. Der Wert, der da entstanden ist, ist enorm und muss dringend erhalten werden. Deshalb erarbeiten wir gerade die Unterlagen für eine Machbarkeitsstudie.“

Auch die Stiftung Schloss Eutin beschäftige sich intensiv mit dem Thema Nachnutzung. Erste Interessensgruppen, die bereits während der Landesgartenschau im Küchengarten aktiv seien, hätten signalisiert, dass sie dies auch über die LGS hinaus machen wollten – beispielsweise die Kleingärtner, die Imker und die Gruppe um den Hildegard-von-Bingen-Garten.

Im Seepark blieben mehr als 95 Prozent erhalten. Doch auch da sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Wenn beschlossen wird, dass die Beete um die Bäume in der Stadtbucht bleiben sollen, dann bleiben sie“, sagt Rubelt. Andernfalls würden sie von der LGS nach dem
4. Oktober zurückgebaut, ebenso die Blumenanlagen im Seepark. „Alles, was derzeit mit Holz gerahmt ist, ist temporär. Die Beete an der Hauptachse aber, die bleiben“, sagt Rubelt.

Für ihn sei der neue Seepark ein idealer Bürgerpark. In Norderstedt hätten sich nach der Landesgartenschau dort Interessensgruppen gefunden, die sich unter dem Namen „Insulaner“ um eine oder mehrere Blumeninseln kümmerten. Gleiches könne in Eutin auch für die Spielanlagen entstehen. „Das wäre unser großer Wunsch als LGS. Aber die Ehrenamtlichen bräuchten dann auch einen festen Ansprechpartner und Koordinator bei der Stadt“, so Rubelt. „Wenn Eutiner bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, kann das funktionieren. Das bedeutet aber ernsthaftes Engagement.“ Seine Hoffnung: „Wenn der Park von Bürgern gepflegt wird, gehen alle vielleicht pfleglicher damit um und es kommt nicht – wie so oft bei neuen Dingen – zu Vandalismus.“

Auch Bürgermeister Carsten Behnk sieht Eile geboten, immerhin läuft die LGS nur noch rund sieben Wochen. Behnk: „Wir sind sehr gut aufgestellt, weil viele Punkte der Nachnutzung schon in der Grundsatzplanung berücksichtigt wurden. Die Pläne zur Pflege und zum bürgerschaftlichen Engagement müssen jetzt aber schnell entwickelt und umgesetzt werden.“



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erstellt am 10.Aug.2016 | 00:36 Uhr

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