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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 09:19 Uhr

Wanderlust und europäische iden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Aussteller informierten Schüler der Beruflichen Schule auf einer „Europamesse“ über Praktika, Studien und Sprachkurse im Ausland

„Die Europäische Identität lernt man im Ausland kennen. Dort erfahren wir erst Dinge, die uns ausmachen“, sagt Lisa Sprenger (19). Die Schülerin engagiert sich beim American Institute For Foreign Study (AIFS) und war gestern mit einem Stand auf der Europamesse in der Beruflichen Schule vertreten. Dort informierten Organisationen die Berufsschüler über Praktikums-, Studien-, und Sprachangebote.

Lisa Sprenger hat vor drei Jahren ein Jahr lang die High School besucht, absolviert dieses Jahr ihr Abitur an der Berufsschule und gibt ihr Wissen an andere weiter. Sie findet das vielfältige Angebot der Europamesse gut. „Der Andrang ist wirklich groß“, sagt Sprenger. Lehrer für Sprachen unterstützten die Europamesse besonders, sagt die Schülerin. Gemeinsam mit Tugba Sahan (22) ist sie in der Messebetreuung tätig. Tugba Sahan verbrachte nach dem Abitur ein Jahr als Au-Pair in den USA, anschließend machte sie Work & Travel in Australien. Sie habe nach dem Abitur gemerkt, dass sie noch nicht bereit sei für ein Studium, sagt Sahan. Sie wolle viele Leute überzeugen, ins Ausland zu gehen. „Wenn du jetzt den Schritt nicht machst, machst du es gar nicht mehr“, sagt die 22-Jährige. Sie habe nur positive Erfahrungen gemacht: „Meine Blickweisen haben sich verändert, ich habe viele Kontakte mit nach Hause genommen. Der große Andrang bei Ständen von Organisationen, die Auslandsaufenthalte möglich machen, zeigt, dass Reisen bei jungen Menschen aktuell ist.“

Neben AIFS präsentierten sich die Organisationen „education first“ (EF), „American Field Service – interkulturelle Begegnung (AFS) und Kultur Life. Zusätzlich gab es Vorträge zu diversen Themen, die einerseits von den Organisationen selbst, andererseits von Lehrkräften der Schule gehalten wurden.

Gerald Schlüter, Europabeauftragter der Beruflichen Schule: „Seit 2013 sind wir Europaschule, jetzt findet zum zweiten Mal die Europa-Messe statt und die Resonanz der Schüler ist sehr gut.“ Er freue sich über 60 Klassen, die die Messe besucht hätten. „Wir geben jedem Schüler im dualen System die Chance, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Die Schule hat genügend Ressourcen für Auslandspraktika, die von Europafördergeldern getragen werden“. Es könnten Auszubildende im zweiten und dritten Lehrjahr teilnehmen, die mindestens 18 Jahre alt sind. Ein Praktikum dauert bis zu drei Wochen. Ziel der Kreisberufsschule sei es, jedem Schüler etwas anbieten zu können.

Rebecca Benecke (19), Schülerin am beruflichen Gymnasium, findet die Europamesse informativ: „Man bekommt einen groben Überblick, was man nach dem Abitur alles machen kann.“ Rebecca möchte nach ihrem Abschluss gerne reisen: „Mich interessieren Länder außerhalb Europas – ich würde gerne in die USA.“

Lisa Sprenger sammelt für ihr Engagement Punkte, die ihr mit Gutscheinen angerechnet werden. Sie will als nächstes nach England. Bis dahin wird sie weiter versuchen, bei anderen Reiselust zu wecken.

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