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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 04:17 Uhr

„Vorzeigeprojekt“ in Krummsee

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eigentümer der ehemaligen Klinik „Hängebargshorst“ will dort ein gehobenes generationsübergreifendes Wohnen verwirklichen

Platzmangel herrscht in der ehemaligen Klinik Hängebargshorst eigentlich nicht. Wer hier alle Flure abgehen will, ist lange unterwegs. Dennoch ist die 2006 von der Deutschen Rentenversicherung Nord aufgegebene 178-Betten-Klinik dem heutigen Eigentümer Ahmad Djabbari-Hagh zu klein. Für das Projekt eines hochwertigen generationsübergreifenden Wohnens unter der Überschrift „Community Living“ planen seine Architekten auf der rund zehn Hektar großen Liegenschaft Neubauten, die in etwa einer Verdoppelung der bisherigen Gebäudegrundfläche entsprechen. Seine Planer stellten das Projekt am Dienstag im Malenter Planungsausschuss vor.

„Mit diesem Vorhaben erhoffen wir uns ein Vorzeigeprojekt nicht nur für Schleswig-Holstein und Hamburg, sondern weit darüber hinaus“, erklärte Architekt Tom Krause, dessen Büro „Krause Bohne Resorts“ im nordrhein-westfälischen Eschweiler weltweit tätig ist und beispielsweise das Seaside Resort Grömitz, das Baltic Sea Resort Rügen oder die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate in Berlin geplant hat. In Krummsee solle eine Angebotslücke zwischen klassischem betreuten Wohnen und komfortablen Senioren-Residenzen geschlossen werden, erggänzt um Wohngebäude für Familien. Man wolle das Vorhaben „zügig umsetzen“, kündigte Krause an und nannte dabei als bewusst ambitionierte Zielmarke für eine Eröffnung das Jahr 2019.

Die Erweiterung für die notwendigen Wohnflächen soll vor allem auf der heute vorwiegend bewaldeten Fläche zwischen im Westen der Klinikgebäude direkt an der Rövkampallee entstehen, erläuterte Krause. Damit würde die Bebauung sich in Richtung des nicht weit entfernten Buchwald Pflanzencenters ausdehnen. Um etwa 40 Wohneinheiten zu realisieren, haben die Planer zwei Varianten ins Auge gefasst: Entweder eine Blockbebauung im Stil der bisherigen Gebäude mit zwei bis drei Geschossen; dabei würde die typische Hofbildung der vorhandenen Klinik fortgeführt. Oder ein kleines „Dorf“ mit etwa zehn Häusern mit Appartments und Maisonettes, das optisch etwas romantischer wirke, wie Krause erläuterte. Diese Variante wird von den Planern offenbar bevorzugt.

Eine Aufstockung der bestehenden Gebäude haben die Architekten bereits verworfen. „Das reicht uns nicht, um unser Konzept realisieren zu können“, sagte Krause. Im Osten der Klinik, gegenüber dem Eingangsbereich, soll ein Forum für „ein kleines Markttreiben“ entstehen. Dort könnten etwa ein Kiosk, ein Bäcker, ein Friseurein Bistro/Restaurant untergebracht werden. Auch einen Multifunktionssaal soll es dort geben, beispielsweise für Vorträge oder Konzerte.

„Wir streben eine Mischung verschiedener Wohnformen an“, erläuterte Architektin Astrid Bohne. In den Bestandsgebäuden sollen Betreutes Wohnen, Pflegewohnen sowie medizinisch-therapeutische Anwendungen und der Speisesaal untergebracht werden. Die Neubauten sollen helfen, das Konzept vom „Community Living“ zu verwirklichen. „Wir wollen einen Schritt weiter gehen“, erläuterte Astrid Bohne. So sollen etwa jüngere Menschen einbezogen werden, die in der Nähe ihrer Eltern wohnen wollten. Jung und Alt sollten sich vernetzen, dafür könne in der ehemaligen Klinik etwa eine kleine Kindertagesstätte untergebracht werden. So könnten die Alten länger jung bleiben und die Jungen würden entlastet.

Für die Unterbringung des gehobenen Mangagements sowie von Ärzten, die aus ganz Deutschland angeworben werden sollen, verfügt der Investor über ein weiteres Grundstück etwa 200 Meter westlich der Klinik direkt am Kellersee. Dort bestehe zurzeit lediglich eine Brache mit heruntergekommenen Bauten, erklärte der für diesen Bereich zuständige Hamburger Architekt Reinhold Schleicher. Geplant ist der Bau von 22 zweigeschossigen Gebäuden mit zusätzlichem Staffelgeschoss, die über einen gemeinschaftlich zu nutzenden Gartenbereich verfügen.

Eingebunden in die Projektentwicklung ist die aus Eutin stammende Hamburger Professorin für Gesundheitsmanagement, Katharina Janus. Sie wies auf die positive Ausstrahlung des vorliegenden Konzepts für die „Gesundheitsregion Bad Malente“ hin. Zu erwarten seien Impulse für medizinische Einrichtungen, Handel und Tourismus und Infrastruktur. So soll beispielsweise ein hauseigener Shuttlebus die Anlage an Bad Malente-Gremsmühlen anbinden.

Im Ausschuss lösten die Pläne positive Reaktionen aus: „Ich begrüße das sehr“, erklärte Gudrun Förster (CDU), die selbst in Krummsee wohnt. Nun ist es an der Gemeinde, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Das wird nicht ganz einfach, erläuterte Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein, der von einer anspruchsvollen planungsrechtlichen und landschaftlichen Situation“ sprach. Es seien Gespräche mit dem Kreis, dem Innenministerium und der Landesplanung nötig. Diese müssten überzeugt werden, ihre Zustimmung zu einer Wohnbebauung im Außenbereich zu geben. Wenn es gut laufe, sei Ende 2017 die Gebäudeplanung möglich.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 10:23 Uhr

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