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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 22:59 Uhr

Vorerst keine Experimente

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Große Ausschussmehrheit setzt Verkehrsversuch ab

Auf Anstoß der Freien Wähler (FWE) und der FDP hat der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen, vorerst keinen Verkehrsversuch in der Innenstadt vorzunehmen (wir berichteten kurz). Damit ist die probeweise Schließung der Schloßstraße und die Aufhebung der Einbahnstraßenregelungen in der Altstadt vom Tisch. Nur die beiden Vertreter der Grünen stimmten gegen diesen Beschluss. Der ist mit der Absichtsbekundung verknüpft, dass bis Ende des Jahres ein neues Verkehrskonzept beschlossen wird. In dem sollen die Belange von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern berücksichtigt werden, und das möglichst weiträumig und nicht nur mit Blick auf die Innenstadt.

FWE-Chef Malte Tech hatte ausführlich die Bedenken gegen den Verkehrsversuch begründet, der laut einem Beschluss im selben Ausschuss vom 4. Februar eigentlich am 15. Oktober für ein halbes Jahr lang beginne sollte. Der Vorschlag des Experten Prof. Dr. Herbert Staadt, den Zeitraum der Landesgartenschau für einen Versuch zu nutzen, war zuvor nach Bedenken aus der Kaufmannschaft verworfen worden. Gegen den Start im Oktober hatte die Kaufmannschaft ebenfalls Bedenken, weil sie um das Weihnachtsgeschäft fürchtete, und diese Bedenken waren mit der Sammlung von rund 2200 Unterschriften untermauert worden.

Tech argumentierte, dass eine Sperrung der Schloßstraße mit einer Schranke nicht möglich sein werde, weil es dahinter in Richtung Rosengarten keinen ausreichenden Platz zum Wenden gäbe – und das auf jeden Fall notwendige Zurücksetzen von Fahrzeugen zu gefährlich wäre.

Die FWE plädiere dafür, den Verkehr aus dem Rosengarten nicht in die Riemannstraße abbiegen zu lassen. Die Plumpstraße müsste dann vor zusätzlichem Verkehr bewahrt werden, indem man durch sie nicht zur Riemannstraße komme. Außerdem könnten neue Parkplätze geschaffen werden mit einem zweigeschossiges Parkdeck hinter dem Rathaus und der Verlegung des ZOB auf die andere Seite der Gleise.

Statt eines Verkehrsversuches mit einer Sperrung brauche man in Eutin endlich ein vernünftiges Parkleitsystem, sagte Jens-Uwe Dankert (FDP). Karl-Heinz Jepp (SPD) kam zu dem Schluss, dass Prof. Staadt seine Untersuchungen nicht weiträumig genug angestellt habe. Und mit dem Bau des Fußgängerüberweges an der Kreuzung der Peterstraße und der Mahlstedt-Straße sei eine Öffnung dieser Straße für Verkehr in beide Richtungen ohnehin nicht mehr geeignet.

Der Verzicht auf den Versuch passe zu dem Beschluss vom 23. Juni, dass bis Jahresende ein ganzheitliches Konzept entwickelt werden soll, sagte Matthias Rachfahl (CDU). Mit diesem Argument stimmten alle Fraktionen außer den Grünen für die Absetzung des Versuches.

Christiane Balzer (Grüne) äußerte Zweifel, dass es ein neues Konzept in der gesetzten Frist geben werde. Und sie warb mit einer vom Städtetag empfohlenen Untersuchung aus Bayern, wonach viele geschäftsnahe Parkplätze keine Voraussetzung mehr für eine lebendige Innenstadt seien. Viel wichtiger sei es geworden, in einer Innenstadt Aufenthaltsqualität zu schaffen.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 12:49 Uhr

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