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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 03:04 Uhr

Von Sierhagen nach Kenia

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Teilnehmer für zwei Weltmeisterschaften im Leistungspflügen ermittelt / Antritt bei den Weltmeisterschaften in Afrika im Dezember

Als Zweite beim 35. Bundesentscheid im Leistungspflügen werden Ulrich Münkle (Beetpflug) und Matthias Stengelin (Drehpflug) aus Baden-Württemberg Deutschland im Dezember 2017 bei den Weltmeisterschaften im Leistungspflügen in Kenia vertreten. Stengelin hatte erst vor zwei Wochen an den Weltmeisterschaften in England teilgenommen und im Feld der 29 Nationen Platz 19 belegt. Den Siegern Florian Sander (Beetpflug) aus Niedersachsen und Sebastian Murkowski (Drehpflug) aus Rheinland-Pfalz, der seinen Titel verteidigte, wird die Ehre zuteil, Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2018 im eigenen Land zu vertreten. Die schleswig-holsteinischen Teilnehmer belegten nur hintere Plätze. Bei den Drehpflügern belegte der Möllner Jan Range Platz 19 im Feld der 20 Pflüger. Unter den 15 Beetpflügern kam der Kasseedorfer Oliver Hansen (20) auf Platz 13, gefolgt von Eike Schnoor (17) aus Mönchneversdorf.

Schnoor war als einziger mit einem Dreischar-Pflug angetreten, der zudem nicht für den Wettbewerb modifiziert war. Die Profis im Feld arbeiten nur mit zwei Scharen und haben spezielle Wettbewerbspflüge, die bis auf wenige Ausnahmen vom Hersteller Kverneland stammen. Der Zweite Ulrich Münkle ist Maschinenbauingenieur und hat nach eigenen Angaben etwa 20  000 Euro in den Pflug investiert. Der Schlepper muss hingegen nicht neuester Bauart sein. Münkle fährt einen Eicher 3011. Auch im Feld der Drehpflüge setzen die meisten Teilnehmer auf zwei Scharen. Sie versprechen aufgrund der kompakten Bauweise einfach bessere Ergebnisse. Aus diesem Grund nehmen einige Bundesländer nicht am Bundesentscheid teil, da in den Landeswettbewerben praxisnah mit bis zu sechs Scharen gepflügt wird. Unter den neun teilnehmenden Ländern belegte Baden-Württemberg mit Abstand Platz eins der Teamwertung. Gefolgt von den dicht beieinanderliegenden Niedersachsen und Bayern. Die einzige Frau unter den Teilnehmern, Julia Göggelmann aus Bayern, belegte bei den Drehpflügen Platz neun und erhielt den „Ladys-Pokal“ als beste Frau.

Die Veranstaltung in Sierhagen, zu der bei Weitem nicht die vom Veranstalter, dem Deutschen Pflügerrat, ursprünglich erwarteten 5000 Besucher gekommen waren, zeigte mit welchem Einsatz an Material und Personal in diesen Ländern das Leistungspflügen betrieben wird. Eine hydraulisch verstellbare Hinterachse des Schleppers gehört da fast schon zum Standard.

Für Oliver Hansen, der die Nacht zu Sonnabend noch mit einem Magen-Darm-Infekt im Krankenhaus verbracht hatte, gab es neben der ersten Teilnahme am Bundesentscheid noch ein weiteres einmaliges Erlebnis.

Am Rande der Veranstaltung wurde leise Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit geäußert. Im März hatten Landrat Reinhard Sager, Altenkrempes Bürgermeister Hans-Peter Zink und der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Pflügerrates, Bernd Schulze-Entrup von Besucherzahlen zwischen 5000 und 15  000 gesprochen, die Ostholstein anlässlich des Bundesentscheids besuchen würden. Nicht nur Teilnehmer aus dem Süden Deutschlands vermissten eine intensive Plakatierung, die der Bedeutung der Veranstaltung gerecht wird. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Organisation des Bundesentscheids mit 75  000 Euro gefördert.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 11:37 Uhr

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