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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 02:13 Uhr

Bosau : Vom Helferkreis zum Helferverein

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Integrationshilfe in der Gemeinde Bosau“ will die Unterstützung für Flüchtlinge besser organisieren / Verschiedene Angebote geplant

Alles beginnt mit viel Ärger. Anfang Januar dieses Jahres treffen sich zum ersten mal sieben ehrenamtlich engagierte Bosauer, um Pläne für einen Helferkreis zur besseren Unterstützung von Flüchtlingen in der Gemeinde vorzustellen – und werden überrascht. „Wir dachten, da kommen vielleicht zehn bis zwölf Leute, die danach hoffentlich bei uns mitmachen wollen“, erinnert sich Mitorganisator Thomas Zechlin.

Gezählt werden letztlich über 60 Zuhörer im Haupthaus der djo-Freizeitstätte, und bei weitem nicht alle stehen den Ideen der Ehrenamtler wohlgesinnt gegenüber. Der Tenor: Noch eine Hilfsinitiative brauchen wir nicht. „Die Menschen haben geglaubt, unsere Gruppe würde am Ende noch in Konkurrenz zu den Angeboten von Amt und Kreis treten“, berichtet Zechlin. „Dabei wollen wir diese Synergieeffekte doch gerade sinnvoll nutzen.“ Schnell seien die Vorbehalte so auch ausgeräumt gewesen, und das Ergebnis steht jetzt sogar im Vereinsregister: Die Integrationshilfe in der Gemeinde Bosau mit ihrem Vorsitzenden Thomas Zechlin.

Annegret Holtz lebt mittlerweile wieder in ihrem Heimatort Thürk. Die ehemalige Deutschlehrerin hat seit ihrer Pensionierung mehrfach Sprachkurse für Flüchtlinge geleitet und dabei viele Vorzüge, aber auch die Schwierigkeiten im Umgang mit ehrenamtlicher Arbeit kennengelernt. „Oftmals wissen die Betreuer ja gar nicht, wo und in welcher Form Hilfe überhaupt sinnvoll ist.“ Daher sei sie vom Vorschlag, einen Verein zu gründen, sofort angetan gewesen. „In dieser Form kann man die Unterstützung einfach besser koordinieren und auch mal größere Angebote bereitstellen“, ist die neue Schriftführerin der Integrationshilfe optimistisch.

„Größere Angebote“ – darin sehen die Initiatoren ohnehin den Hauptzweck ihres neuen Vereins. Dieser solle sich besonders durch die Organisation von Veranstaltungen auszeichnen, die der Integration und der Überwindung sprachlicher Barrieren unter Flüchtlingen dienen. „Integration auf höherem Niveau“ nennt Annegret Holtz das. Erstes Beispiel: Ein Lagerfeuer am Dienstag, 30. August, ab 18 Uhr auf dem Gelände der djo-Freizeitstätte in Bosau, finanziert durch eine Spende des Deutschen Roten Kreuzes. Thomas Zechlin hofft auf regen Zuspruch gerade auch aus der einheimischen Bevölkerung, denn: „Natürlich kann Integration kaum gelingen, wenn die Asylsuchenden letztlich allein um das Feuer sitzen.“

Der neue Verein hat sich einiges vorgenommen, und sein Vorsitzender denkt dabei oft schon einen Schritt weiter. „Sollte die aktuelle Flüchtlingsproblematik auf absehbare Zeit einmal gelöst sein“, sinniert Thomas Zechlin, „muss unsere Arbeit ja nicht zwangsläufig enden“. Für junge Leute könne man schließlich immer etwas tun, und an sie richte sich ja auch schon ein Großteil der Ideen für die nahe Zukunft. Dazu zählen gemeinsame Kino- und Theaterbesuche, Wandertouren entlang der Ostsee oder das Erlernen von Grundlagen handwerklicher und künstlerischer Fähigkeiten. Nach der Sommerpause plant die Integrationshilfe aber zunächst den Aufbau einer Trommelgruppe, für die noch fachliche Unterstützung gesucht wird.

„Auch wir Helfer brauchen natürlich Hilfe“, werben Annegret Holtz und Thomas Zechlin gleichsam um weitere Mitstreiter für ihren Kreis, der derzeit noch die sieben Mitglieder umfasst, die es einst für eine Vereinsgründung brauchte. Und wer nicht die Möglichkeit habe, aktiv zu helfen, ergänzt Zechlin, könne den Verein natürlich auch finanziell unterstützen.

>  Informationen zur „Integrationshilfe in der Gemeinde Bosau“ gibt es im Internet unter www.inge-bosau.de und bei Thomas Zechlin unter Telefon 04527/9737168.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 13:35 Uhr

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