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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 13:38 Uhr

Kreise Plön, Segeberg und Rendsburg-Eckernförde : Vogelgrippe breitet sich in SH aus - neuer Verdacht im Kreis Rendsburg-Eckernförde

vom

Am Mittwoch wurden weitere tote Tiere untersucht und positiv getestet. Auch am Stocksee wurden Kadaver gefunden.

Plön | Die Vogelgrippe in Schleswig-Holstein scheint sich auszubreiten. In Schleswig-Holstein wurden schon an zehn Seen Kadaver gefunden. Nutztiergeflügel ist aber bisher verschont geblieben. War bisher nur der Kreis Plön getroffen, wurden am Mittwoch auch Enten aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde positiv auf Influenza A Viren des Subtyps H5 getestet. Eine endgültige Feststellung der Geflügelpest durch das nationale Referenzlabor für aviäre Influenza, dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI), steht noch aus. Das teilte das Umweltministerium in Kiel mit.

Bisher wurden mehr als 200 tote Wildvögel gefunden, von denen die meisten vom Geflügelpest-Erreger H5N8 befallen waren. Nach bisherigem Erkenntnisstand sind keine Infektionen des Menschen mit H5N8-Viren bekannt. Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung „theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“. Welche Schutzmaßnahmen Verbraucher ergreifen sollten, lesen Sie hier.

Die zuständige Kreisveterinärbehörde hat entsprechend mit den Vorbereitungen für die Ausweisung von Restriktionsgebieten begonnen. „Eine Ausweitung der Verdachtsgebiete ist nicht überraschend angesichts des massiven Krankheitsgeschehens. Das Land ist mit allen zuständigen Stellen und Experten – den Kreisveterinärbehörden, dem Landeslabor, dem Friedrich-Löffler-Institut in engem Austausch, um zügig alle nötigen Schritte einzuleiten. Der Schutz der Geflügelhaltungen hat hohe Priorität“, sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck.

Nach Informationen von NDR1 Welle Nord wurden im Kreis Segeberg am Stocksee tote Blässhühner und am Segeberger See in der Kreisstadt weitere tote Vögel entdeckt. Allerdings stünden hier die Laborbefunde zur Todesursache noch aus, sagte ein Sprecherin des Kreises. Der Stocksee liegt nur einen guten Kilometer entfernt vom Großen Plöner See, an dem zuerst Kadaver in der vergangenen Woche mit dem Geflügelpest-Erreger H5N8 entdeckt worden waren. Weitere Seen in der Nähe sind bereits betroffen.

 

Mitarbeiter der Stadt Plön fanden am Mittwoch erneut tote Seevögel im Uferbereich des Großen Plöner Sees, teilte ein Mitarbeiter der Stadt mit. Seit Tagen sammeln städtische Mitarbeiter, geschützt mit Mundschutz und Gummihandschuhen, verendete Tiere ein.

Behörden und Geflügelzüchter in Schleswig-Holstein bemühen sich, ein Ausbreiten der Krankheit auf Nutztierbestände zu verhindern. So gilt eine Stallpflicht für Geflügel in ganz Schleswig-Holstein. Zudem wurden um die Fundorte toter Wildvögel Sperrbezirke angeordnet. Um das Risiko der Virus-Ausbreitung unter den Wildvögel zu verringern, appelliert das Umweltministerium an Jäger, in den betroffenen Gebieten auf die Jagd auf Wasservögel zu verzichten. Sonst werden die Tiere aufgescheucht und können das Virus leichter verbreiten. „Wir beobachten die Lage sehr genau und überprüfen die Stallpflicht laufend. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die landesweite Aufstallung richtig“, sagte Habeck.

Habeck wird sich Donnerstag mit Vertretern der Geflügelwirtschaft treffen, um über die Lage zu beraten. „Die Situation fordert alle Geflügelhalter. Es ist wichtig, dass wir hier eng zusammenarbeiten.“

Um Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zu beantworten, hat das Land ein Bürgertelefon eingerichtet. Dieses ist von Donnerstag an ab 10 Uhr freigeschaltet und von da zunächst werktags von 9 bis 17 Uhr besetzt. Das Bürgertelefon ist unter 0431/1606666 erreichbar. Zudem hat der betroffene Kreis Plön ab 10. November unter der Telefonnummer 04522/74387 (Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 17 Uhr, Freitag 8.30 bis 13 Uhr) ein Bürgertelefon eingerichtet.

Wem tote Wasservögel auffallen, der sollte sich an das zuständige Ordnungsamt wenden. Die Ordnungsämter des Kreises Plön haben Sammelstellen für verendete Wildvögel eingerichtet. Zudem gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: Tote Tiere sollten nicht angefasst werden; Hunde müssen in den betroffenen Gebieten nahe dem Wasser aufgrund des Schutzstatus ohnehin angeleint werden.

Bei Wildvögeln am Bodensee ist ebenfalls Vogelgrippe festgestellt worden. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte, dass es sich um die stark krankmachende Form handelt, wie das baden-württembergische Agrarministerium am Mittwoch mitteilte. Auch in Polen gibt es wie im Kreis Plön Vogelgrippe bei Wildvögeln in der stark krankmachenden Form.

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erstellt am 09.Nov.2016 | 16:07 Uhr

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