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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 09:04 Uhr

Vier Pfarreien werden zu einer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die katholischen Pfarrgemeinden von Oldenburg, Plön, Eutin und Neustadt werden zusammengelegt / Pastoralkonzept verabschiedet

Die katholische Kirche im Erzbistum Hamburg ist im Umbruch: Die Zahl von derzeit rund 400  000 Katholiken zwischen Flensburg, Hamburg und Neubrandenburg wird vor allem aufgrund der demografischen Entwicklung auf lange Sicht sinken. Auch die Zahl der Priester geht zurück. Vor einigen Jahren wurde daher der Prozess zur Bildung Pastoraler Räume angestoßen. Dabei werden mehrere Pfarreien zu Großpfarreien zusammengelegt. In Ostholstein sollen nun die Pfarreien von Oldenburg, Plön, Eutin und Neustadt künftig eine Einheit bilden. Der sogenannte „Gemeinsame Ausschuss“ der beteiligten Pfarreien hat ein Pastoralkonzept verabschiedet.

Es umfasst eine Analyse des sozialen Gefüges und eine Bestandsaufnahme aller katholischen Aktivitäten im Pastoralen Raum – und Pläne zur künftigen inhaltlichen Ausrichtung der kirchlichen Arbeit. So wollen sich die Katholiken vor Ort mehr den Urlaubern öffnen. Gut 12  000 Katholiken leben auf den mehr als 1900 Quadratkilometern Fläche zwischen Fehmarn, Preetz, Ahrensbök und Neustadt. 17 Kur- und Reha-Kliniken, zahlreiche Spezialkliniken und Krankenhäuser und mehr als 30 Senioren- und Pflegeheime seien ebenso prägend für die Region wie die zahlreichen Touristen, die vor allem aus katholisch geprägteren Gegenden Deutschlands in den Norden kommen, um hier Urlaub zu machen, sagten die Unterzeichner des Konzepts, die sich zum künftigen „Pastoralen Raum Ostsee-Holstein“ zusammengeschlossen haben. Bereits Ende Juni hatte Erzbischof Stefan Heße das Konzept genehmigt. Zweieinhalb Jahre sei daran gearbeitet worden.

Getragen wird das Konzept von dem Willen, sich als offene Kirche zu präsentieren. Und dabei stehen die Urlauber im Fokus. Denn: In der Saison kommen zwei katholische Urlauber auf einen einheimischen Katholiken, hat die Bestandsaufnahme zum Pastoralen Raum ergeben. „Die wenigsten Katholiken sind Einheimische“, konstatiert Hans Rost. Hinter dieser Feststellung verbirgt sich eine Herausforderung, der sich die Mitglieder der künftigen Großpfarrei stellen wollen: „Da wo katholische Kirche in unserem Pastoralen Raum gesucht und angefragt wird, da wollen wir für die Menschen da sein – nicht nur zentral an einem Ort, sondern, soweit möglich, auch in die Tiefe des Raums hinein“, erläutert Gemeindereferent Hubertus Lürbke.

Um das Konzept umsetzen zu können, sei ehrenamtliches Engagement besonders gefragt. Denn der Pastorale Raum werde auf lange Sicht mit 4,5 Stellen für hauptamtliche Mitarbeiter auskommen müssen. Derzeit verfügen die Pfarreien zusammen noch über zehn Stellen. Der geringen Zahl an Hauptamtlichen stehen geschätzt fast 400 ehrenamtliche Helfer gegenüber. Die Katholiken hoffen, dass noch mehr Menschen bereit sind, eine Aufgabe zu übernehmen.

Auch auf die Ökumene in der Region wird das neue Pastoralkonzept seine Auswirkungen haben: „Denn auf evangelischer Seite wird man sich daran gewöhnen müssen, dass auf katholischer Seite künftig eher mal ein Ehrenamtler der zuständige Ansprechpartner ist – und eben kein Pfarrer mehr“, hieß es gestern. Die Pfarreien werden voraussichtlich im September oder im letzten Quartal des kommenden Jahres zu einer Pfarrei zusammengeschlossen. Wie die Pfarrei dann letztlich heißen wird, ist noch offen.

Das Pastoralkonzept kann ab sofort auf den Internetseiten der Pfarreien eingesehen werden: www.kathkirche-eutin.de, www.kath-neustadt.de, www.kathkirche-oldenburg.de oder www.katholische-kirche-ploen-

preetz-luetjenburg.de.


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erstellt am 28.Jul.2016 | 11:18 Uhr

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