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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Viele Ansprüche an die Reithalle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Tagung, Kongress, Konzert und Party: Platz für 500 und 50 Menschen / Nur Cateringküche geplant / Junge Menschen wollen Ort zum Feiern

Neuer Name – neue Nutzung? Die umgangssprachlich als Schlossterrassen bezeichnete historische Reithalle war einst die Adresse für Veranstaltungen in Eutin: Wie die historische Reithalle künftig genutzt werden und durch eine Sanierung neuen Glanz erlangen kann, war gestern Abend Thema im einstigen Festsaal.

Rund 100 Interessierte, darunter Vertreter von Fraktionen, Kulturschaffende, Veranstalter und Schüler der Oberstufe waren gekommen, um an der Ideensammlung im Vorfeld des geplanten Wettbewerbs zur Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes mitzuwirken. Schnell wurde klar: Die Wünsche sind vielfältig, die Ansprüche hoch und teilweise wohl eher schwer vereinbar: Während Veranstalter Helge Nickel die räumliche Aufteilung vor dem Abriss des einstigen Cafés an den Schlossterrassen als „ideal“ bezeichnete, kam der Wunsch von Abiturienten des Voß-Gymnasiums, in dem sanierten Gebäude Platz zum Feiern zu haben („wieder einen Ort auch für junge Leute“). Andere wünschten sich Möglichkeiten, Tagungen und Kongresse ausrichten zu können aber auch neben einem großen Saal für bis zu 500 Menschen kleine Veranstaltungsräume vorzuhalten, die Platz für 40 bis 50 Personen bieten.

Bauamtsleiter Bernd Rubelt erklärte Rahmenbedingungen des geplanten Wettbewerbs zur Sanierung: „Es ist aus bautechnischer Sicht ein Gebäude, das uns Sorgen macht, aber es ist der zentrale Ort im historischen Stadtkern und das Hochbauprojekt innerhalb der Stadtsanierung.“ Bereits seit 2011 und darüber hinaus werde über Konzepte für die historische Reithalle diskutiert. Im integrierten Stadtentwicklungskonzept sei die Bedeutung dieses Ortes schon hervorgehoben worden. Rubelt: „Wenn wir diesen Ort entwickeln, stärken wir auch die Stadt.“ Die ursprüngliche Planung, die Schlossterrassen (damals stand der Anbau noch) noch zur Landesgartenschau fertig saniert zu haben, sei als „zu ambitioniert“ ad acta gelegt worden. Lediglich der Abriss des einstigen „Cafés an den Schlossterrassen“ ist im Vorfeld der Landesgartenschau erfolgt, um an dieser Stelle Platz für die temporäre Gastronomie zu schaffen.

Die Gastronomie innerhalb der historischen Reithalle wird künftig auch temporär bleiben. Die Verwaltung plant an dieser Stelle nur mit einer
Cateringküche. Den Grund nennt Rubelt: „Es ist eine
Gemeindebedarfseinrichtung, die auch mit Fördermitteln finanziert wird. Eine dauerhafte Gastronomie wie ein Restaurant ist nicht förderfähig, weil es kein Gemeindebedarf ist, sondern kommerziell.“

Uwe Drost von „Drost Consult“ aus Hamburg, ein Beratungsbüro, das die Stadt während der Stadtsanierung begleitet, moderierte den Abend. Zwei andere Gruppen arbeiteten heraus, dass der Eingang – wie jetzt – von der Seeseite am besten erfolgen sollte und der Innenhof als Ergänzung beispielsweise für Pausen genutzt werden kann – je nach Veranstaltung. Als Namensidee kam von den Teilnehmern „Reithalle am Schloss“ oder „Festsaal am Schloss“. Offen blieb, welche Ansprüche der Erweiterungsbau – vermutlich an gleicher Stelle wie der abgerissene Anbau – erfüllen muss. Die Denkmalpflege habe ihre Zustimmung signalisiert, es müsse sich schonend ins Ensemble einfügen, so Rubelt, und einen Blick auf den See ermöglichen.

Was passiert jetzt? Die Ergebnisse werden von der Stadt aufbereitet und demnächst online einsehbar sein unter www.eutin.de, ebenfalls werden sie in den politisch beschlossenen Wettbewerb unter insgesamt zwölf Architektenbüros einfließen. Darunter sollen acht erfahrene Büros, zwei junge und zwei kleine ausgewählt werden. Sachverständige prüfen, ob die eingereichten Vorschläge im Kostenrahmen (2013 waren rund 3,5 Millionen Euro veranschlagt ohne Planungskosten) liegen. Im Gremium, das unter allen Büros drei Preise vergibt, sollen neben Vertretern aus Stadt, Verwaltung, Politik auch sachkundige Architekten sitzen. Beginn des Wettbewerbs ist laut Drost für Februar 2017 geplant. Bauabschluss ist für 2018/19 vorgesehen.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 00:07 Uhr

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