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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 15:09 Uhr

Versteigerung in einem Rutsch?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Hamburger Projektentwickler Ahmad Djabbari-Hagh könnte am Montag große Teile des ehemaligen „Intermar“-Hotels ersteigern

Findet der „Intermar“-Versteigerungsmarathon am Montag, 22. August, ein vorzeitiges Ende? Ab 9 Uhr werden im Eutiner Amtsgericht zahlreiche leerstehende Zimmer im 2. und 3. Obergeschoss und weitere Räume des ehemaligen Hotels zwangsversteigert – vom 300 Personen fassenden Saal über ehemalige Gastronomie bis zum Schwimmbad. Insgesamt handelt es sich um 25 von ursprünglich rund
40 Objekten. Der gutachterlich ermittelte Verkehrswert liegt bei rund 478  000 Euro.

Ursprünglich wollte das Amtsgericht die Räume nach und nach versteigern. Doch zwischenzeitlich fand die Betreiberin des Verfahrens, eine Hamburger Bank, mit Ahmad Djabbari-Hagh offenbar einen Investor. Der Projektentwickler mit iranischen Wurzeln aus Hamburg-Winterhude scheint bereit, die unteren Etagen des 14-stöckigen Hochhauses am Dieksee komplett zu erwerben. Einzelne Wohnungen hat er bereits ersteigert.

Djabbari-Hagh hatte 2011 die ehemalige Reha-Klinik Hängebargshorst in Krummsee erworben. Erst vor kurzem stellte sein Mitarbeiter Jens Wollschläger gemeinsam mit mehreren Architekten das dort geplante Vorhaben im Malenter Planungsausschuss vor. Auf dem Klinikgelände soll unter der Überschrift „Community Living“ ein gehobenes
generationsübergreifendes Wohnprojekt verwirklicht werden.

Der geplante Erwerb der Intermar-Immobilien stehe im Zusammenhang mit dem Projekt in Hängebargshorst, erklärte Wollschläger. So sollen die Appartements durch Zusammenlegungen vergrößert werden, um Wohnraum für Angehörige zu schaffen, die vorübergehend in Malente sind. Dabei haben die Investoren offenbar auch die Leistungen der Malenter Kurkliniken im Auge.

Zwar ist kaum zu erwarten, dass ein Bieter ernsthaft in Konkurrenz zu Djabbari-Hagh treten könnte. Doch wenn einer der Verfahrensbeteiligten es beantragt, müssen alle 25 Objekte einzeln ausgeboten werden. Zu den Beteiligten zählt neben der Gemeinde Malente und dem Hausverwalter auch der Malenter Heinz Dieter Nolte-Franzen, dessen insolvente Firma „Interhoma“ die unteren Intermar-Etagen einst zu Wohnungen umbauen wollte.

Erwerber einzelner Räume kämen allerdings nur dann zum Zuge, wenn alle Gebote auf die 25 Objekte insgesamt im Wert höher lägen als ein einzelnes Gesamtgebot, erläuterte Rechtspflegerin Frauke Wessendorf, die ihrer Kollegin Marianne Schnepel bei der Versteigerung unterstützten wird. Es ist allerdings kaum zu erwarten, dass sich ein Bieter für Restaurant, Foyer und Hotelhalle finden lassen wird. Sie allein haben einen Verkehrswert von 158  000 Euro. Einzelne Zimmer zur Landseite hin liegen dagegen schon bei 5000 Euro. Die Mindestgebote liegen jeweils bei der Hälfte des Verkehrswerts.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 18:22 Uhr

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