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Ostholsteiner Anzeiger

24. April 2014 | 07:51 Uhr

Umstrittenes Schießsportzentrum eröffnet - Versöhnliche Töne auf dem Schießplatz

vom

Das umstrittene Schießsportzentrum Kasseedorf ist eröffnet. 15 Jahre hat es gebraucht von der Idee, der Planung bis hin zum gewonnenen Gerichtsverfahren.

Kasseedorf | Über 400 Gäste waren am Sonnabend zur Eröffnung des Schießsportzentrums nach Kasseedorf gekommen. Dort entsteht nach 15-jähriger Streit- und Bauzeit auf 13 Hektar Fläche das derzeit wohl modernste Zentrum für den Schießsport in Norddeutschland. Als "Frau der ersten Stunde" gab die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) den ersten Schuss ab. Und der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) weihte den Kugelstand ein.
Vor ihrem ersten Schuss schlug Bettina Hagedorn versöhnliche Töne an. Sie erinnerte an einen langen Streit zwischen Bürgerinitiativen in der Region auf der einen Seite sowie Gemeinde Kasseedorf und Jäger auf der anderen Seite, der 2009 mit dem letzten Gerichtsverfahren zugunsten der Jäger beendet worden sei. "Die gewonnenen Gerichtsverfahren sind für mich ein Qualitätssiegel", sagte Hagedorn.

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"Alte Gräben aufgerissen"

Nicht gut sei, dass kürzlich in einer Dorfschaftsversammlung in Sibbersdorf "alte Gräben aufgerissen" worden seien. Das "Klein-Klein-Petita" sollte jetzt ad acta gelegt werden. Die Gerichte hätten entschieden und man sollte sich jetzt die Hand reichen. Die Region werde sehr vom Schießsportzentrum profitieren.
Christian Graf Hock, Sprecher im Schießsportzentrum, versprach, ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn aufbauen zu wollen. Er wünschte sich gegenseitiges Verständnis für die Belange: "Dazu wollen die Jäger ihren Beitrag leisten."

Große Eröffnungsfeier im Sommer

Christian Graf Holck fiel am Sonnabend ein großer Stein vom Herzen. Die Teileröffnung des Schießsportzentrums sei ein Tag voller Freude. Für den kommenden Sommer kündigte der Sprecher des Schießsportzentrums Kasseedorf eine große Eröffnungsfeier an. Dann ist der Platz auch ganz fertig. Jetzt habe der Winter dem Baufortschritt einen Strich durch die Rechnung gemacht.
15 Jahre hat es von der Idee über die Planung, viele Gerichtsverfahren und den Bau gedauert, bis jetzt aus der ehemaligen Standortschießanlage in Sibbersdorf und modernes Schießsportzentrum geworden ist. Holck lobte Bettina Hagedorn, damals Kasseedorfer Bürgermeisterin und Amtsvorsteherin des alten Amtes Schönwalde, als große Förderin und Unterstützerin. Dabei sei die Arbeit wegen vieler Vorbehalte nicht immer populär gewesen. "Doch Bettina Hagedorn hat sich mutig für uns Jäger eingesetzt", lobte Holck.

"Mit Waffen umzugehen, das ist ein großes Privileg"

Dass jetzt die Anlage ihrer Bestimmung übergeben werde, sei kaum zu glauben. Die Jäger seien vertröstet worden und sie brauchten mehr Geld für die am Ende große Investition von rund drei Millionen Euro. So sei das Schießsportzentrum Vorreiter in Sicherheit und Schallschutz geworden. Fünf feste Arbeitsplätze sind entstanden.
Vor dem Hintergrund des Amok-Laufes an einer Schule in Amerika am Freitag sagte Christian Graf Holck: "Mit Waffen umzugehen, das ist ein großes Privileg. Es ist aber auch Verantwortung und Verpflichtung zugleich." Doch nur mit einer guten Ausbildung könnten die Jäger ihren vielfältigen Aufgaben gerecht werden. Dabei nehmen die Jäger dem Staat auch Aufgaben ab.

"Naturschutz und Naturnutz keine Gegensätze"

"Es wird Zeit, dass wir den Schießstand bekommen," meinte Dr. Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes. Die Jäger im Land leisteten viel aus eigener Kraft heraus.
"Auf diesen Tag freue ich mich seit über zehn Jahren", sagte Bettina Hagedorn. Sie lobte, dass das Projekt in der Gemeinde über alle Parteigrenzen hinweg gefördert worden sei. Besonders hob sie Uwe Meister aus der damaligen Verwaltung und den Planer Klaus Jänicke hervor. Ziel sei es immer gewesen, mit dem Schießsportzentrum als Leuchtturm ein Zeichen für den ländlichen Raum zu setzen. Die Jäger zeigten damit, dass Naturschutz und Naturnutz keine Gegensätze seien. Das Ergebnis sei vorbildlich, nachhaltig und ökologisch. Hagedorn: "Viele Ehrenamtliche füllen das Zentrum mit Leben - das müssen andere erst einmal selbst schaffen." Sie hoffte, dass die Verlängerung der Schießbahn um 30 auf 300 Meter noch umzusetzen sei, weil damit auch große Wettbewerbe in der Anlage stattfinden können.
Lobende Worte fand Alt-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen für Bettina Hagedorn, die der Jäger amüsiert als "rote Deern mit grünem Rock" bezeichnete. Die Jäger seien priviligiert, Waffen zu tragen und damit Wild zu töten. Das sei eine riesengroße Verantwortung. Und damit die Jäger auf dem Stand der Dinge bleiben, sei eine Ausbildung im Schießsportzentrum für sie sehr wichtig. So gaben Bettina Hagedorn und Peter Harry Carstensen die ersten Schüsse ab.

von Michael Kuhr
erstellt am 18.Dez.2012 | 10:39 Uhr

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