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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 11:14 Uhr

Eutiner Dauerstreit : Verkehrsversuch erst nächstes Jahr?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die CDU will den Beginn verschieben, SPD wäre bereit, erst nach Weihnachten zu starten. Die Freien Wähler wollen ganz auf eine Sperrung verzichten.

„Mit uns ist der Verkehrsversuch im Herbst nicht zu machen“ – mit diesen Worten überraschte Olaf Schmidt (CDU) gestern am Rande der Bauausschusssitzung. Die Ausschussmitglieder hatten sich zuvor mehrheitlich dafür entschieden, den Antrag der Freien Wähler zum Thema Verkehrsversuch und -konzept in den kommenden Stadtentwicklungsausschuss zu schieben.

Auf Nachfrage bestätigten Olaf Schmidt und Marcel Kriwet (CDU) die Bestrebungen ihrer Fraktion im September den Antrag auf eine Verschiebung des Versuchs zu stellen. „Wir würden ab 1. Januar damit beginnen wollen“, sagte Kriwet. Die Sorge der Händler: Der Verkehrsversuch mache das Weihnachtsgeschäft kaputt, wäre so vom Tisch. Die geplante Dauer blieb gestern offen. Es sei aber davon auszugehen, dass der empfohlene Zeitraum des Experten von sechs Monaten gelten werde.

Die SPD würde diesen Antrag begrüßen. „Wir werden dem Wunsch der WVE gern nachkommen und den Versuch auf nach Weihnachten schieben aber nicht auf
den Sankt Nimmerleinstag“, machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Westphal deutlich. Vor einem Verkehrskonzept brauche es einen Versuch. „Und ohne den Versuch werden wir mit der Sanierung in der Straße Am Rosengarten nicht weiterkommen“, so Westphal.

Gänzlich gegen einen Verkehrsversuch ist die FDP. Jackie Meyer (FDP) wollte die Idee der CDU aber nochmal in ihrer Fraktion beraten. Beharrlich für den Verkehrsversuch wie beschlossen ab Oktober sprach sich auf Nachfrage die Bauausschussvorsitzende Monika Obieray (Grüne) aus: „Wir brauchen den Verkehrsversuch, sonst kommen wir nicht voran und wir müssen für die Stadt einen Fortschritt erreichen. Den richtigen Zeitpunkt wird es für die WVE nie geben.“

Ginge es nach den Freien Wählern, bräuchte Eutin keinen Versuch, sondern eine geänderte Verkehrsführung: „Wir wollen keine Schranke bei der Kirche und keinen Begegnungsverkehr, der Parkplätze vernichtet. Stattdessen würden wir die Geschwindigkeit Am Rosengarten auf 20 km/h reduzieren“, erklärt Malte Tech sein Konzept. Um den Durchgangsverkehr nach Fissau aus der Innenstadt zu verbannen sieht Tech vor, den Verkehr aus der Straße Am Rosengarten nur noch nach links in die Plöner, nicht aber die Riemannstraße zu lassen. Das Wohnviertel am Hochkamp könne dann über Plump- und Holstenstraße erreicht werden.

Fakt ist: Um den Verkehrsversuch zu schieben oder gänzlich zu kippen, braucht es einen neuen Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses. Der tagt nach der Sommerpause am 8. September wieder, knapp einen Monat vor dem bisher geplanten Versuchsstart. Die Vorbereitungen dafür laufen laut Verwaltung schon.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 00:54 Uhr

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