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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 09:34 Uhr

Verkehrstest später: Kaufleute freuen sich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Carsten Behnk: „Versuch drängt nicht“ / WVE ist zufrieden über Signale der CDU

„Wir haben uns gefreut, als wir das gelesen haben“, sagt WVE-Vorsitzender Klaus Hoth gestern zu einer möglichen Verschiebung des Verkehrsversuches. „Hauptsache wir haben den nicht im Weihnachtsgeschäft“, so Hoth. Am Donnerstagabend hatten – wie berichtet – Mitglieder der CDU verlauten lassen, dass ihre Fraktion einen Antrag zur Verschiebung des Verkehrsversuches im zuständigen Stadtentwicklungsausschuss am 8. September stellen will. Vorgeschlagener Start: 1. Januar 2017.

Für die Kaufmannschaft ist das doppelter Grund zur Freude, denn sie haben läuten hören, dass die Stadtsanierung „frühestens Herbst 2017“ beginnen soll, wenn der Verkehrsversuch dann gelaufen wäre. „Wir wollen die Stadt sanieren. Sollte es dann aber Probleme geben, haben wir ja durch die enge Einbindung ins Baustellenmanagement Möglichkeiten zu reagieren“, sagte Hoth.

Bürgermeister Carsten Behnk sieht dem Verkehrsversuch skeptisch entgegen: „Ich weiß nicht, ob so ein Versuch Hals über Kopf sein muss.“ Neben den Parkplätzen, die durch die Sperrung verloren gingen, wäre auch der Verkehr rund um das Areal Schlossplatz ein anderer, dies müsse bedacht werden. „Ich glaube, der ursprünglich zur LGS gedachte Verkehrsversuch war ein Versuch, die Straße Am Rosengarten beruhigt zu bekommen – wegen des Ausganges Am Rosengarten. Aber das funktioniert ja auch so sehr gut.“ Aber außerhalb dessen müsse eine Verkehrsberuhigung wohl überlegt sein. Behnk: „Es gibt Städte, die bauen ihre Zonen zurück. Ich weiß nicht, ob das so schlau ist, an einer Stelle gezielt einen Infarkt zu erzeugen und ob man Straßen wirklich sperren muss.“

Stattdessen schwebe ihm eine Lösung ähnlich wie in den Strandgebieten vor, wo der Autofahrer durch Aufpflasterung erkenne, dass der Fußgänger Vorrang habe.

Auch die Dauer des Versuches von sechs Monaten stellt Behnk in Frage. Wichtig sind nach seiner Meinung repräsentative Ergebnisse, die könne es auch nach drei Monaten geben. Generell halte er es für schwierig, den Gutachter nur auf den Innenstadtbereich schauen zu lassen, ohne die Auswirkung auf die umliegenden Straßen und großräumig zu betrachten. Behnk: „Gutachter sind immer dann gut, wenn sie eine Lösung vorschlagen, die in vorhandene Konzepte passen. Sie dürfen aber nicht per se beauftragt werden, um die eigene Argumentation zu ersetzen und Beschlüsse so zu erleichtern. Wir müssen künftig mehr auf das Know-how der Verwaltung und Selbstverwaltung setzen und Gutachten erst für nicht lösbare Probleme in Auftrag geben.“

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erstellt am 06.Aug.2016 | 00:05 Uhr

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