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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 00:51 Uhr

Verein „Kultur-Transport“ gibt Nachwuchs Perspektiven

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kinder und Jugendliche mit kulturellen Projekten fördern und fordern, Spaß und Freude am künstlerischen Eigenausdruck stärken und dafür Künstler, Kulturinteressierte und Förderer ins Boot holen – das sind die Ziele, die der neu gegründete Verein „Kultur-Transport“ verfolgt. Die Anstrengungen von Initiatorin und Opernsängerin Eva Monar und ihren Mitstreitern tragen bereits Früchte. Kostproben sind am morgigen Sonntag, 20. November, von 15 bis 17 Uhr bei der Aufführung „Mozart, aber heftig“ im Haus des Kurgastes in Malente zu sehen.

Tabea Wilkens steht mit ihrem Gesangspartner Soroush Hoveida im Wohnzimmer von Eva Monar, übt für den gemeinsamen Auftritt. Die 19-Jährige erinnert sich noch genau an ihre erste Gesangstunde vor vier Jahren bei Eva Monar. „Das war so viel, so überwältigend, das musste ich erst mal sortieren“. Die Musikstipendiatin arbeitet jetzt auf ihre Aufnahmeprüfung im kommenden Jahr hin. Sie hofft auf einen Studienplatz an der Musikhochschule in Lübeck.

„In den vergangenen Jahren war unter den Studienplatzbewerbern fast niemand mehr aus Schleswig-Holstein“, klagt Eva Monar. Die Gesangslehrerin zieht ihre Stirn kraus, wenn sie über Kulturarbeit für Kinder und Jugendliche sinniert: „Die findet eigentlich nicht statt.“ Musikalische Früherziehung in Kindergärten? - Oftmals Fehlanzeige. Musikunterricht an Schulen vergleicht sie mit einem „Notfallkonzept für Kinder und Jugendliche“.

Die Kulturarbeit für junge Menschen ist der ausgebildeten Opernsängerin daher eine echte Herzensangelegenheit. Seit vier Jahren gibt sie in zwei Klassen der Malenter Grundschule wöchentlich Chor- und Musikunterricht – und das ohne jegliche Vergütung. Eva Monar stellt in ihrem Unterricht dabei durchaus hohe Anforderungen: „Die Kinder wollen es nicht immer einfach. Sie brauchen die Herausforderung, fordern sie oftmals sogar.“ Vereinfachung, sagt sie, sei manchmal eben auch ein Anzeichen von Verblödung.

Im Rahmen ihres neuesten Vorhabens „Opera-Kids“ plant Monar, Kinder für die große Bühne fit zu machen: Für die Opernbühne, für die Konzertbühne aber auch die große Bühne des Lebens. Etwas Identität stiftendes, ein „kulturelles Wir-Gefühl“ schwebt ihr vor. „In Sportvereinen ist so etwas selbstverständlich.






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erstellt am 03.Nov.2016 | 19:58 Uhr

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