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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 13:38 Uhr

Vandalismus im Behinderten-Klo

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Unbekannte Täter richteten schwere Verwüstungen an / Die Stadt Plön hat eine Belohnung von 300 Euro für Hinweise ausgesetzt

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Montag die Behinderten-Toilette am Plöner Bahnhof zerstört. Sie schlugen einfach die mit sechs Schrauben verankerten und an den Fliesen festgeklebten Bügel von der Wand. Bügel, auf deren Hilfe die Behinderten angewiesen sind.

Harald Hohbein, im Ordnungsamt der Stadt Plön für das Thema zuständig, bezifferte gestern vor Ort den Schaden auf rund 2500 Euro. Die Stadt hat nach seinen Worten für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, eine Belohnung von 300 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizei in Plön (Tel. 04521/5005142) entgegen.

Dieser Vandalismus reiht sich in einige Fälle der vergangenen Monate und Jahre ein. Die Toilette am Stadtgraben stand schon mal in Flammen. „Allein im vergangenen Jahr wurde durch Fälle von Vandalismus an Behinderten-Toiletten ein Schaden von zusammen 12  000 Euro angerichtet“, rechnete der 63-jährige Harald Hohbein vor. In diesem Jahr habe die Stadt bisher 3500 Euro für Schäden gezahlt, die dort durch Vandalismus entstanden sind. Die Täter, so Hohbein weiter, gehen mit brachialer Gewalt vor und nehmen auch schon mal den Vorschlaghammer oder den Kuhfuß zur Hand. Diesmal sei auch die teure Elektronik an der Tür gestohlen worden.

Was kann man dagegen tun? „Wir planen gerade eine Video-Überwachung“, sagte Hohbein. Die Deutsche Bahn und die Datenschutzbeauftragten von Stadt und Land hätten bereits Zusagen gegeben. Es müsse aber auch an eine Schließung des Behinderten-Klos am Bahnhof gedacht werden. Hohbein: „Die nächsten Behinderten-Toiletten sind am Marktplatz oder in der Eutiner Straße am dortigen Kiosk. Man könnte auch darüber nachdenken, die Toiletten am Bahnhof nur zu öffnen, wenn Bistro und Tourist-Info geöffnet seien. Darüber werde der Stadtentwicklungsausschuss beraten.

Mit der Schließung über Nacht kann sich auch Ute Wacks, Plöns Behindertenbeauftragte, anfreunden. Dem OHA sagte sie gestern, dass die Behindertentoiletten am Bahnhof nicht entbehrlich sei: „Im Zug geht doch keiner aufs Klo.“

Vorbild sei für sie das Behinderten-Klo an der Gablenzbrücke in Kiel. Die Türen würden mit einem sogenannten „EU-Schlüssel“ geöffnet. Damit könnten Behinderten-Toiletten auch nur von Behinderten geöffnet werden. „Das funktioniert für außergewöhnlich Gehbehinderte, Stoma-Träger oder Blinde ab 70 Prozent aufwärts“, sagt Ute Wacks. Den Schlüssel gebe es beim Kreis Plön sofort und kostenlos. Den Kontakt würde Ute Wacks (Telefon 04522/9733) natürlich herstellen.  

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erstellt am 22.Nov.2016 | 12:47 Uhr

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