zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 13:16 Uhr

Treppe: Ein Abwägen der Kosten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bauausschuss dreht sich im Kreis: Treppe ja oder nein? Bevor Telekom keine Zusage der Kostenübernahme macht, wird nichts entschieden

Es ist eine schier nicht enden wollende Geschichte, bei der die Mitglieder des Bauausschusses immer wieder um die gleiche Problematik kreisen – die Treppe als Verbindungsstück zwischen der oberen Peterstraße und der Straße am Mühlenberg.

Sie sollte einst etwas Schönes werden – vom Planer angepriesen als „großzügiges Entree in die Stadt zur LGS“, so klingt es den Ausschussmitgliedern noch in den Ohren. Sie hoben die Hände für die Treppe und die folglich notwendige Sanierung der Straße am Mühlenberg bis zur Treppe. Schön sollte sie sein und groß – so wie in einem Amphitheater. Bis dahin ist die Geschichte noch in Ordnung. Doch dann kommt der harte Kontakt mit der Realität: Der Telekom gehört der Schacht, den es zu überbauen gilt, will der Ausschuss die große Treppe. Die Telekom sagt zu, sie sagt aber auch wieder ab. Jetzt sagt sie wieder zu – und die Verwaltung entdeckt das Telekommunikationsgesetz, mit dem die Hoffnung keimt, dass die Telekom vielleicht sogar die Kosten für die Schachtsanierung (geschätzte 62  000 Euro) übernehmen muss. Und falls nicht, hat Bauamtsleiter Bernd Rubelt eine andere Lösung parat: „Mehrkosten sind auch förderfähig, das können wir beantragen.“ Eine Entscheidung zur Kostenübernahme liegt allerdings weder von der Telekom noch vom Innenministerium, das die Förderbescheide für die Städtebauförderung vergibt, vor.

Deshalb kam am Mittwochabend einmal mehr die alte Frage hoch – diesmal aufbereitet von der SPD: „Brauchen wir die Treppe eigentlich noch, wo doch die LGS gerade läuft und die Besucher Stadt und LGS auch ohne Treppe finden?“ (Mathias Lippisch). Bauamtsleiter Bernd Rubelt mahnte daraufhin erneut: „Wir haben einen Förderausfall, wenn wir keine Treppe bauen. Wenn Sie jetzt sagen, wir wollen keine, würden wir Ihnen als Verwaltung den Vorschlag der kleinen Treppe unterbreiten, bei der der Schacht unberührt bleibt, die Fördermittel aber gerettet wären.“

Auch Fördergelder müssten die Menschen bezahlen, warf Malte Tech (FWE) ein, der befürchtet, das Eutin noch im Schwarzen Buch der Steuerzahler lande. „Wir haben doch den einstimmigen Beschluss, dass der Planer in Regress zu nehmen ist. Was ist daraus eigentlich geworden?“, wollte Tech wissen. „Das Gespräch wird stattfinden, hat es aber noch nicht“, antwortete Karen Dyck vom Bauamt kurz. Damit war das Thema durch.

Am Ende wird es auf ein Abwägen der Kosten hinauslaufen: Rubelt erklärt auf Nachfrage, dass allein die Fördersumme für die Straße am Mühlenberg sowie die bisherigen Planungskosten für die Treppe mit rund 100  000 Euro zu Buche schlagen. Die Amphitheatertreppe mit Klinker würde 156  000 Euro kosten, der kleine Verwaltungsvorschlag (drei Meter Treppe) nur rund 50  000 Euro.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 03:23 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen