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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 17:21 Uhr

Training bei Wind und Wetter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bogenschütze Bengt-Ole Bracke vom Griebeler SV bereitet sich in Kasseedorf auf die deutschen Meisterschaften in München vor

Unter den elf Startern aus dem Bereich des Norddeutschen Schützenbundes (NDSB), die zu den nationalen Meisterschaften der Bogenschützen im Freien vom 26. bis 28. August nach Moosach bei München reisen, befinden sich zwei Ostholsteiner. Bengt-Ole Bracke (19) vom Bogensport des Griebeler SV aus der Juniorenklasse schießt mit dem Recurvebogen, der Altersklasse gehört mit Jahrgang 1964 der Göhler Compoundschütze Stefan Dost an. Der Deutsche Schützenbund wird gespannt auf das Abschneiden von Florian Kahlund vom SSC Fockbek sein, der bei den Weltmeisterschaften in Kopenhagen souverän den Quotenplatz für Olympia herausgeschossen hatte und dennoch bei der Ausscheidung in Braunschweig gegen Florian Floto unterlag und nicht in Rio starten durfte.

Der NDSB hat auch in diesem Jahr nicht viele Medaillenhoffnungen. Florian Kahlund hatte mit dem Recurvebogen vor einem Jahr im Vorkampf mit 672 Ringen die Bestleistung geschossen, war dann aber im Finale im K.o.-System am Ende als Vierter knapp an Bronze gescheitert. Bei guter Tagesform wird aber auch dem Compounder Sebastian Hamdorf vom Berliner SC aus dem Kreis Segeberg zugetraut, Edelmetall zu gewinnen. Vielleicht hat auch die Juniorin Jaqueline Hansen vom SV Jerrishoe eine Chance, wieder einmal auf das Treppchen zu gelangen.

Bengt-Ole Bracke freut sich auf seinen Start: „Ich bin gut vorbereitet, die letzten Serien auf dem Platz am Schießsportzentrum Kasseedorf waren in Ordnung.“ Auf 70 Meter Distanz hat er etliche Zehnen und Neunen in das goldgelbe Zentrum der 1,22 Meter großen Scheibe gesetzt. „Und das bei Wind und Regen, aber das bringt Übung für Verhältnisse, die bei den deutschen Meisterschaften auch auftreten können“, sagt er. Und schon sausen drei Pfeile nach Störung durch ein Kurzinterview mit gut 200 Kilometern pro Stunde im Bogen durch die Luft. „Okay, zwei Zehnen, eine Neun. Alles etwas links!“ Da muss er den Bogen mit seinen Stabilisatoren ein wenig anders halten oder an der Visierung etwas verstellen. „Florian Kahlund vom SSC Fockbek kenne ich von vielen Landesmeisterschaften, ich hätte ihm so gewünscht, dass er in Rio angetreten wäre. Als Goldmedaillengewinner mit der Mannschaft bei den Weltmeisterschaften und Quotenbringer hat er sicher mit der Olympia-Fahrkarte gerechnet“, meint Bengt-Ole Bracke, der die Voß-Schule 2017 mit einem guten Abi verlassen will. Bei den deutschen Meisterschaften geht der Jogger und Badmintonspieler nach 2013 und 2014 zum dritten Mal an den Start.

Ein wenig erinnert Bracke, der nach Ende der Schulzeit gern nach Südamerika oder Südostasien reisen würde, an sein Vorbild Kahlund. Auch der tritt nie laut auf, fast bescheiden und freut sich, wenn er seine Pfeile behutsam aus dem gelben Mittelbereich ziehen darf. „Man stelle sich vor, eine CD auf 70 Meter Entfernung zu treffen, dann werden Resultate wohl anschaulich“, sagt er. Seit 2010 ist er Bogensportler beim Griebeler SV und hat sich von Volker Sieber viel abgeschaut. Sieber war ebenfalls qualifiziert, verzichtet aber aus familiären Gründen auf die Titelkämpfe.

Bengt-Ole Bracke hat trotz seines strammen Programms unter den kritischen Augen von Horst Kleinfeld, Kampfrichterobmann der Bogensportler im Lande, noch Zeit für einen Blick auf die Nebenbahn. Dort schießt der 30-jährige Daniel Kleinfeld mit dem Compoundbogen sein Trainingsprogramm. Auch Stefan Dost (52) vom SV Göhl schießt bei den Altersklassenschützen in der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen mit dem Compoundbogen. „Das Rollensystem dieser Bogenart, ähnlich einem Flaschenzug, beschleunigt die Pfeile auf gut 300 km/h. Der Kraftaufwand beim Ausziehen der Sehne ist geringer, die Zielgenauigkeit höher“, erläutert Kleinfeld. Die Scheiben für Compounder haben einen Durchmesser von 40 Zentimetern, auf ihnen kommen nur die Ringzahlen Fünf bis Zehn vor.

Stefan Dost vom SV Göhl muss wie Bracke bereits am Freitag, dem 26. August, ran. Er weiß um die starke Konkurrenz aus Süddeutschland, will aber im ersten Drittel landen. „Alle ins Gold!“, ruft ihm beim Schlusstraining seine Frau Ute zu. Sie ist ebenfalls Bogensportlerin und wird ihren Mann nach Bayern begleiten.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 21:33 Uhr

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