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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 06:12 Uhr

Trainer mit Vorbildfunktion

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Pansdorfer Dennis Jaacks hat an der Sportschule Hennef die Prüfung zur A-Lizenz bestanden

Manch einer hat vor vier Jahren skeptisch auf den TSV Pansdorf geguckt: Ein Trainer für die Verbandsligafußballer, der jünger ist als einige Spieler? Kann das gut gehen? Seit 2012 ist Dennis Jaacks Trainer des TSV Pansdorf. Damals – in einem Alter von gerade einmal 26 Jahren – löste Jaacks das Pansdorfer Urgestein Carsten „Otto“ Henck ab, führte das Team in nunmehr vier Spielzeiten stets in die Spitzengruppe der Verbandsliga Süd-Ost und wurde 2015,
mit einem Sieg im Endspiel nach Elfmeterschießen gegen Eutin 08, sogar Kreispokalsieger.

Diese Saison erfolgte ein größerer Umbruch, die Elf wurde stark verjüngt und nun gilt es für den ehrgeizigen Coach, die jungen Talente ins Team zu integrieren und dennoch wieder einen Tabellenplatz im oberen Drittel zu erreichen.

Doch Jaacks, der von 2006 bis 2012 im Jugendbereich des TSV Pansdorf tätig war, dort Meister- und Pokalsiegertitel sowie Aufstieg feierte, 2009 die C-Lizenz und 2014 die B-Lizenz erworben hatte, die heute Elite-Jugend-Lizenz heißt, hat nicht nur mit seiner aktuellen Mannschaft hohe Ziele. Der 31-jährige hat Ende August die Prüfung zur A-Lizenz in der Sportschule Hennef (Nordrhein-Westfalen) bestanden. „Als Trainer erwartet man von seinen Spielern, dass diese bereit sind, sich stetig weiterzuentwickeln und zu verbessern. Diesen Anspruch habe ich als Trainer auch an mich selbst“, erläutert Jaacks seine Beweggründe. „Mit der A-Lizenz wollte ich vornehmlich für mich persönlich einen weiteren Schritt machen und neue Anregungen und Gedanken zum Fußball aus diesem Lehrgang mitnehmen“, schildert Jaacks seine Beweggründe.

Mit dieser A-Lizenz eröffnen sich neue Optionen für die weitere Arbeit als Trainer. „Aber ob und welche Möglichkeiten sich damit zukünftig auftun, lasse ich ganz entspannt auf mich zukommen“, sagt Jaacks gelassen. Als A-Lizenz-Inhaber dürfte er nun im Juniorenbereich und bei den Frauen bis zur höchsten Liga (Bundesliga) trainieren. Im Seniorenbereich bis einschließlich Regionalliga. Für den Profifußball ab der dritten Liga wird die DFB-Lehrer-Lizenz benötigt.

„Die Fußball-Lehrer-Ausbildung ist sowohl zeitlich als auch finanziell sehr aufwendig und wird in der Regel nur angestrebt, wenn man konkrete Absichten oder Offerten hat, im Profifußball hauptberuflich zu arbeiten. Das ist für mich aktuell kein Thema“, meint Dennis Jaacks.

Im A-Lizenz-Lehrgang ging es vornehmlich um mannschaftstaktisches Verhalten, spezifische Trainingslehre – insbesondere Technik, Taktik, Kondition, Mannschaftsführung, Psychologie, Ernährung und auch Sportmedizin. „Insgesamt waren 30 Teilnehmer beim Lehrgang, von denen letztlich alle die Prüfung bestanden haben, wenngleich es bei dem einen oder anderen sicherlich kein Selbstläufer war“, berichtet Jaacks. Die Prüfung bestand aus einer praktischen Lehrprobe inklusive Nachbesprechung zu einem vorher zufällig gelosten mannschaftstaktischen Thema, einer schriftlichen Klausur, einer Theorieprüfung: Video-Analyse, Taktiktafel – und der eigenen fußballerischen Praxis.

Aus Schleswig-Holstein war Tobias Homp, früher Profi beim Hamburger SV und FC Homburg, jetzt Trainer der Zweitliga-Frauen des SV Henstedt-Ulzburg, dabei. „Mit Tobi habe ich mir ein Zimmer geteilt. Er ist ein Super-Typ und ich freue mich sehr, ihn in diesem Rahmen näher kennengelernt zu haben“, berichtet Jaacks, der mit dem Ex-Profi auch in Zukunft in Kontakt bleiben will.

Als weitere ehemalige bekannte Spieler haben Daniel Bierofka (Trainer TSV 1860 München II), Christian Fiel (Jugendtrainer FC Dynamo Dresden), Jens Langeneke (Jugendtrainer Fortuna Düsseldorf) und Andreas Wolf (aktuell ohne Trainerjob) am Lehrgang teilgenommen. „Gerade Bierofka konnte natürlich sehr interessante und spannende Eindrücke aus Trainersicht mit uns teilen, schließlich führte er nur Wochen vor Lehrgangsbeginn als Interimscoach die Profis vom TSV München 1860 zum Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga“, sagt Jaacks. „Egal ob ehemaliger Profi oder nicht, die gesamte Kursgruppe war ein cooler Haufen. Es hat richtig Spaß gebracht“, veranschaulicht Jaacks. Gerade dieser ständige Austausch mit den anderen Trainern war seiner Meinung nach eine absolute Bereicherung und spannende Sache für jeden Teilnehmer.

Am Sonntag steht Dennis Jaacks wieder in der Coachingzone, wenn der TSV Pansdorf im Punktspiel beim Büchen-Siebeneichener SV antritt. Und er wird versuchen, es besser zu machen als beim letzten Mal – so wie er es von seinen Spielern und von sich erwartet.

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erstellt am 31.Aug.2016 | 22:58 Uhr

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