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Ostholsteiner Anzeiger

28. September 2016 | 02:03 Uhr

Süsel : Tödlicher Unfall am Süseler Baum

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zusammenstöße in Serie: Seit Juli hat es drei Mal auf der Kreuzung bei Süsel „gekracht“. Die CDU erneuert die Forderung nach einem Kreisel.

Das sagt alles: Wer in der am häufigsten genutzten Internet-Suchmaschine den Begriff „Süseler Baum“ eingibt, dem wird als erstes der Zusatz „Unfall“ vorgeschlagen. Auf der Kreuzung der in Nord-Süd-Richtung laufenden Landesstraße 309 und einer Gemeindestraße, die von Middelburg nach Süsel führt, häufen sich Unfälle. Der jüngste: Eine 59-jährige Beifahrerin eines Motorrad wurde Sonntag um 14.20 Uhr bei einem Zusammenstoß auf der Kreuzung getötet. Ihr Ehemann (63), der das Motorrad steuerte, erlitt lebensgefährliche Verletzungen, er wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Lübecker Klinik geflogen.

Der 32-jährige Fahrer eines Pkw Opel Astra Kombi mit dem Kennzeichen BZ aus dem sächsischen Landkreis Bautzen und seine dreijährige Tochter wurden leicht verletzt. Sie kamen in eine Eutiner Klinik.

Das aus Ostholstein kommende Paar auf dem Motorrad fuhr auf der vorfahrtberechtigten L 309 in Richtung Neustadt, als der Opel-Fahrer auf der Gemeindestraße aus Richtung Middelburg über die L 309 nach Süsel fahren wollte und dabei offensichtlich das Motorrad übersah. Das Zweirad war nicht schnell, der Kawasaki-Fahrer hatte wegen eines vor ihm nach rechts abbiegenden Pkw gebremst. Trotzdem hatte der Zusammenstoß – das Zweirad rammte den Pkw seitlich – tödliche Folgen.

Großes Lob ernteten Ersthelfer von der Polizei: Ein Arzt betreute bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Motorrad-Fahrer, eine Krankenschwester kümmerte sich um den Pkw-Fahrer und seine kleine Tochter. „Die Ersthelfer haben super gut mitgeholfen, das muss auch mal gesagt werden“, merkte ein Polizeibeamter an.

Dieses Ereignis ist der dritte schwere Unfall auf der Kreuzung in diesem Sommer: Am 10. Juli kollidierten zwei Autos, vier Menschen wurden verletzt, eine Person schwer. Am 24. Juli gab es bei einem Zusammenstoß fünf Verletzte. Alle drei Unfälle waren sonntags, alle geschahen, weil Pkw-Fahrer aus Richtung Middelburg vorfahrtberechtigte Fahrzeuge übersahen – bei den ersten beiden Unfällen von links kommende Autos.

Nach den Unfällen im Juli hatte es an der Kreuzung einen Ortstermin mit Vertretern der Verkehrsbehörde des Kreises, der Gemeinde, der Straßenmeisterei und der Polizeidirektion gegeben. Dabei seien zur Verringerung der Unfallgefahr drei Maßnahmen beschlossen worden, sagte Dierk Dürbrook von der Pressestelle der Polizeidirektion Lübeck. Die Montage von reflektierenden Stoppschildern und das Mähen des Bewuchses an den Straßenrändern für eine Verbesserung der Sicht seien erfolgt. Beides habe den jüngsten Unfall am Sonntag leider nicht verhindert. Noch nicht umgesetzt sei der Beschluss, dass die weißen Stopp-Linien auf der Fahrbahn erneuert werden.

In Süsel wird unterdes die Forderung nach einer anderen Lösung laut: „Wir brauchen da einen Kreisverkehr wie zum Beispiel in Pönitz“, sagte gestern Michael Woyna, der Vorsitzender der CDU Süsel. Dieser Forderung werde man auf allen politischen Ebenen Nachdruck verleihen, und es könne nicht sein, dass eine finanziell schwache Gemeinde diesen Kreisel bezahlen solle. Die Forderung nach einer baulichen Lösung hatte Süsels Gemeindewehrführer Kai Nagel schon nach dem zweiten schweren Unfall im Juli erhoben.

Eine Anmerkung von Dierk Dürbrook: „Natürlich würden eine Lichtzeichenanlage oder der Bau eines Kreisels die Sicherheit erhöhen. Darüber befindet aber nicht die Polizei, wir können nur beratend tätig werden.“

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erstellt am 19.Sep.2016 | 11:25 Uhr

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