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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 10:05 Uhr

Streit um Bungsberg-Sportanlage

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

TSV Schönwalde hat Nutzungsvertrag mit der Gemeinde gekündigt / Finanzausschuss sorgte mit Vertagung für einen Eklat

Die Stimmung zwischen dem TSV Schönwalde und den Gremien der Gemeinde Schönwalde hat einen erneuten Tiefpunkt erreicht. Nachdem ein Rücktritt des Vorstands zu Beginn des Jahres erst am Tag der Hauptversammlung durch eine lange ausstehende finanzielle Zusage der Gemeinde abgewendet wurde, sorgt jetzt die Entscheidung des Finanzausschusses, einen umfangreichen Antrag des TSV erst im November zu behandeln, für neuen Ärger.

„Die Anträge liegen seit dem 24. August im Amt. Wir werden ständig hingehalten und Vereinbarungen nicht eingehalten“, schimpft Claudia Piutti. Nun will die Vorsitzende die Einwohnerfragestunde der heutigen Gemeindevertretung in Mönchneversdorf „für eine ausführliche Darstellung und viele seit langem offene Fragen“ nutzen. Viele der 540 Mitglieder seien schon mobilisiert. Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) versteht die Aufregung nicht: „Es ist doch nichts passiert. Wir werden die Sachverhalte auf der nächsten Sitzung ausführlich besprechen“, erklärte er.

Im Kern geht es um den Nutzungsvertrag für die 2,5 Hektar große Bungsberg-Sportanlage am Jahnweg. Im Eigentum der Gemeinde wurde sie komplett dem TSV zur Nutzung überlassen. Der Verein verpflichtete sich, Wasser, Gas und Strom zu zahlen und erhält im Gegenzug einen Zuschuss. Die regelmäßige Pflege des Rasens liegt beim Platzwart des Vereins, der die Gerätschaften von der Gemeinde gestellt bekommt. Die Pflege der übrigen Anlagen auf dem Gelände liege in der Verantwortung der Gemeinde, skizziert die Vorsitzende die Vertragsbedingungen.

Ursprünglich habe der Verein einen Festbetrag von 5000 Euro erhalten, noch vor ihrer Amtszeit sei dies zugunsten einer nachträglichen Zahlung in Abhängigkeit von der finanziellen Situation des Vereins geändert worden. „Damals hatte es geheißen: Ihr schreibt am Anfang des Jahres einen Zweizeiler, und dann überweisen wir“, berichtet Piutti. „Wir können nicht seriös wirtschaften, wenn wir nicht wissen, ob wir die 5000 Euro bekommen. Wir können es uns nicht leisten, sie nur einmal nicht zu bekommen“, schildert Anja Kröger den Ernst der Lage. Der 2. Vorsitzenden „stinkt es, dem Geld immer hinterherlaufen zu müssen“. Das Geld für 2015 sei erst nach der zweiten Erinnerung durch die Kassenwartin eingegangen.

Die nun vom Verein ausgesprochene Kündigung des Nutzungsvertrages zum Ende 2017 sei mit dem Ziel erfolgt, die Bedingungen neu zu verhandeln und die Gemeinde an die Pflichten aus dem Vertrag zu erinnern. So sei der Spindelmäher seit Jahren defekt und ein als Ersatz gestellter Aufsitzmäher inzwischen auch. Seit Jahren kümmere sich die Gemeinde nicht um die Pflege der Außenanlagen, obwohl dies vertragsgemäß ihre Aufgabe sei. Daher behalte sich der Verein auch vor, den Vertrag fristlos wegen mangelnder Erfüllung zu kündigen.

Ganz nebenbei sei der Aufsitzmäher auf Grund seiner vergleichsweise geringen Leistungsfähigkeit auch kein geeignetes Gerät zur Pflege eines Fußballplatzes, kritisiert Piutti. „Die Jungs brauchen damit bis zu sechs Stunden zum Mähen.“ Darüber hinaus hätten in diesem Jahr zwei Vereinsmitglieder fast ihren gesamten Sommerurlaub am Jahnweg verbracht, um die Gehölze zu schneiden und Wege zu säubern. Auch die Laufbahn und Weitsprunggrube habe man hergerichtet. 195 Stunden sollen zusammengekommen sein, die der Verein mit zehn Euro Stundenlohn angesetzt hat und nun zu 75 Prozent erstattet haben will.

Nachdem man am 24. August einen detailliert begründeten Antrag eingereicht hatte, kam es am 1. September zu einem Treffen auf dem Sportplatz. Beteiligt waren Bürgermeister Plötner, der Vorsitzende des Bauausschusses, Joachim Krüger, und Wolfgang Krahl als Vorsitzender des Finanzausschusses. Nach Wahrnehmung von Claudia Piutti und Anja Kröger herrschte Einigkeit, dass die erhobenen Forderungen angemessen seien. „Man sagte uns zu, sie wohlwollend zu prüfen und bat uns, einiges durch Kostenvoranschläge zu konkretisieren. Das haben wir auch bis zum 12. September getan“, fasst die TSV-Vorsitzende das Ergebnis der Begehung zusammen.

Doch nun habe der Finanzausschuss den entsprechenden Tagesordnungspunkt erst am Abend der Sitzung des Finanzausschusses aufgenommen und die Beratung daraufhin als zu kurzfristig abgesetzt. „Das passt ins Bild. Die Sanierung des Grandplatzes wurde uns bereits im Juni 2015 für dieses Jahr zugesagt.“ Nichts sei passiert. „Unsere Frauenmannschaft trägt jetzt ihre Punktspiele in Vinzier aus, weil wir keinen Platz mit Flutlicht mehr haben“, ärgert sich Piutti.

Nach OHA-Informationen hat ein Brief des TSV an die Friedrich-Hiller-Schule die Stimmung weiter getrübt. Das Schreiben war Gegenstand nicht öffentlicher Beratungen im Schulverband am vergangenen Montag und soll Bürgermeister Plötner zu negativen Aussagen über die Vereinsführung hingerissen haben. Der TSV hatte die Schule eingeladen, ihren Sportunterricht am Jahnweg abzuhalten, und dies mit der Hoffnung verknüpft, die Gemeinde würde so an ihre Unterhaltspflichten erinnert.

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erstellt am 24.Sep.2016 | 19:32 Uhr

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