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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 09:23 Uhr

Straßenbau in Rekordtempo – aber teurer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Sanierung der Gemeindestraße zwischen Gömnitz und Vinzier war überraschend ins Bauprogramm der Gemeinde gerückt – und zehn Prozent teurer als erwartet

Diese Kostenentwicklung werde er sich genau erklären lassen, hatte Klaus Berger (SPD), Vorsitzender des Süseler Bauausschusses, kürzlich angekündigt und dabei eine unverhoffte Steigerung von gut 30  000 Euro beim Ausbau der Straße zwischen Gömnitz und Vinzier im Blick (wir berichteten). Die Erklärung wurde ihm zur jüngsten Sitzung des Bauausschusses am Montagabend von der Verwaltung geliefert – und sie war offensichtlich gut begründet. Der Ausschuss genehmigt eine Eilentscheidung, die der Bürgermeister wegen der veränderten Kostenentwicklung und dem Ablauf der Zuschussfristen getroffen hatte, einstimmig.

Knapp 330  000 Euro sollte der Ausbau der 1400 Meter Straße von Gömnitz zur Gemeindegrenze Richtung Vinzier kosten, gut 30  000 Euro mehr stand in der Schlussrechnung der Baufirma. Berger vermutete nach Anwohnerhinweisen, dass zu viel Asphalt verbaut worden sei – und die Mehrkosten belasteten nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Anwohner, die mit Ausbaubeiträgen ein Viertel der Kosten übernehmen müssen, argumentierte Berger. Bedenklich sei auch, so Berger weiter, dass mit höheren Rechnungen der Baufirma auch automatisch das Honorar für das Ingenieurbüro steige.

Der Großteil der Mehrkosten sei tatsächlich im Bereich Trag- und Deckschichten zu finden, hieß es in der Vorlage des Bauamtes. Dazu zählten Ausgaben für eine in der Ausschreibung vergessene Frostschutzschicht, ein notwendig gewordener Profilausgleich mit der Asphalttragschicht, eine zunächst nicht geplante Asphaltarmierung und erhöhter Asphaltbedarf an Ackerzufahrten. Sämtliche Einbaustärken seien durch Schichtdickenmessungen überprüft und kontrolliert worden.

Der Ausbau nach Vinzier sei in extrem kurzer Zeit vorbereitet und ausgeführt worden, weil es eine überraschende und unerwartet hohe Förderzusage des Landes gegeben habe, erinnerte Karen Dyck vom Tiefbauamt. Deshalb sei der Ausbau schon dieses Jahr verwirklicht worden, obwohl er nach der Sanierung der Straße Bujendorf–Vinzier erst für nächstes Jahr geplant worden war.

In der Kürze der Zeit sei – anders als bei der Strecke Bujendorf–Gömnitz – keine so gründliche Planung möglich gewesen. Und den Mehrkotsen von 30  000 Euro auf der Strecke nach Vinzier stünden 100  000 Euro Einsparungen bei der anderen Straße gegenüber. Dort habe dasselbe Ingenieurbüro auch weniger Honorar geltend machen können, fügte Karen Dyck an.

Die Mehrkosten flössen komplett in die Förderung mit ein. „Voraussichtlich liegen die reinen Mehrkosten für die Gemeinde bei rund 12  000 Euro, die Anlieger müssen zusammen insgesamt 4000 Euro mehr zahlen.“

„Ich habe mit dem Ingenieurbüro gesprochen und denen gesagt, dass das nicht in Ordnung war, dabei bleibe ich,“ sagte Berger. Andererseits erkenne er auch die Begründungen an und sehe die besonderen Umstände, unter denen dieses Projekt verwirklicht worden sei.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 11:38 Uhr

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