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Ostholsteiner Anzeiger

28. September 2016 | 20:47 Uhr

EUTIN : Stegner: „Eutin hat einen guten Ruf“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die SPD-Fraktion tagte gestern auswärts in der Orangerie und schaute sich auf der LGS um. Stegner: Einen Defizitausgleich vom Land gibt es nicht.

„Ich bin beeindruckt, was hier alles entstanden ist“, sagte Ralf Stegner, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, nachdem er sich trotz sommerlicher Temperaturen gemeinsam mit den LGS-Geschäftsführern Martin Klehs und Bernd Rubelt einen Überblick über die Eutiner Landesgartenschau verschafft hatte. Regina Poersch, die Eutiner SPD-Landtagsabgeordnete, hatte ihre Genossen zur Fraktionssitzung zu einem Besuch in ihrer Heimatstadt „verpflichtet“.

„Die Gelder aus verschiedenen Töpfen von Land, Bund, Europa und der Stadt sind hier wirklich gut angelegt worden“, sagte Stegner. Es sei nachhaltig investiert, weil auch nach der Landesgartenschau viel erhalten bleibe. Er habe gesehen, wie zufrieden die Menschen wirken, die das Gelände besuchen, wie familienfreundlich das Areal gestaltet ist. „Eutin hat seine Chance genutzt“, sagte Stegner, der sich besonders von den Sichtachsen aufs Wasser und zum Schloss beeindruckt zeigte. „So etwas schaffen sie nicht, wenn sie eine Gartenschau einfach nur auf eine grüne Wiese bauen.“

Mit Blick auf das erwartete Defizit der Landesgartenschau sagte Stegner: „Trotz betriebswirtschaftlichem Defizit muss man sich fragen, was löst das strukturell aus. Die Eutiner Infrastruktur war in die Jahre gekommen. Die Veränderungen, die bleiben und neu geschaffen wurden, sind wichtig. Was nützt eine LGS, die schwarze Zahlen schreibt aber keine nachhaltigen Effekte erzielt?“ Die wirtschaftliche Entwicklung Eutins sei davon abhängig, ob die Menschen wiederkommen. „Mein Eindruck ist, dass Eutin da nicht die schlechtesten Chancen hat. Es ist eine wunderschöne alte Kleinstadt mit einmaligen Ensemble“, sagte Stegner. Regina Poersch ergänzte: „Es wäre zu kurz gedacht, nur das halbe Jahr Gartenschau zu sehen und danach unter den Strich zu schauen. Eutin hat geschickt Maßnahmen gebündelt, um etwas Langfristiges zu entwickeln.“ Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedensten Akteuren der Stadt habe gut funktioniert und könne nun genutzt werden, um langfristig den Erhalt der entstandenen Dinge zu sichern.

Kann Eutin mit der Unterstützung oder gar einem Ausgleich des Landes nach Defizit-Bekanntgabe rechnen? Stegner: „Nein, wir machen keine direkte Defizitförderung. Aber das Land hat schon 13,5 Millionen Euro bewilligt, die Stadt selbst hat bisher rund sechs Millionen Euro investiert.“ Der Blick sei auch von Kiel aus nun stärker auf Eutin gerichtet.

Bürgermeister Carsten Behnk betonte: „Wir bauen da eher auf die mittelbare Förderung und werden uns über die verschiedensten Programme immer wieder um Mittel bewerben.“ Gerade Schloss und Festspiele seien Orte, die immer wieder viel Geld aus Kiel benötigten. Auch mit dem Erhalt des Küchengartens in seiner gewonnen Qualität sei es nicht mit einer einmaligen Investition getan. „Da brauchen wir ein langfristiges Nachnutzungskonzept.“

Stegner machte deutlich, dass gut begründete Anträge immer wieder berücksichtigt und gern vom Land bewilligt werden. „Das Städtebauförderungsprogramm ist eines unserer attraktivsten, bei dem viele Kommunen mitmachen“, so Stegner.

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erstellt am 15.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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