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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 17:10 Uhr

Stadtfest im nächsten Jahr fraglich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Veranstaltung könnte 2017 wegen der Sanierung in der Innenstadt ausfallen / CDU schlägt Bürgerfest vor / Zuschuss gewährt

Die CDU überraschte im Hauptausschuss am Dienstagabend mit dem Vorschlag, das Stadtfest im nächsten Jahr doch einmal auszusetzen, „um 2018 mit neuem Konzept Fuß zu fassen“, so Olaf Schmidt (CDU). Auslöser für die Diskussion waren die Zuschussanträge von Stadt- und Bluesfest-Organisator Helge Nickel für das Stadtfest 2016 und das zukünftige in 2017 über je 6000 Euro.

„Ich habe derzeit eine völlige Planungsunsicherheit mit den Veranstaltungen, sei es Bluesfest, Challenge oder Stadtfest“, sagte Nickel. Als Grund dafür nannte er die geplanten Bauarbeiten in der Innenstadt und seine im Mai/Juni gestellte Anfrage bei der Verwaltung, welche Flächen er zur Verfügung haben könne, die bisher unbeantwortet blieb. Doch eine Zusage brauche er dringend, um die notwendigen Verträge mit Künstlern und Händlern schließen zu können. Die Idee, das Stadtfest wie bis 1996 üblich nur alle zwei Jahre zu feiern, erstickte Nickel im Keim: „Wenn Sie heutzutage eine Veranstaltung ein Jahr lang aussetzen, ist es das gewesen. Das, was man dann an Geld braucht, können Sie gar nicht in die Hand nehmen.“ Allein in der Peterstraße generiere er 10  000 Euro Einnahmen, die mit einer Baustelle fehlen würden.

„Die Peterstraße ist 2017 Baustelle, das ist Fakt“, erklärte Bauamtsleiter Bernd Rubelt, 2018 sei dann der Marktplatz dran. Rubelts Idee: „Der Alternativstandort am Schloss hat bewiesen, wie gut er sich eignet.“ Daran anschließend sei die wieder befahrbare Stadtbucht sowie der Jungfernstieg und der Schlossplatz bespielbar. Dort wäre eine Art „Bürgerfest“ aus Sicht der CDU als Lösung für das nächste Jahr denkbar, so Schmidt: „Dann können wir das Stadtfest einmal ausfallen lassen, um zu neuen Ufern zu gelangen.“ Die CDU habe da auch schon Ideen, bot Nickel gar ein Zusammensetzen an.

Caroline Busse (SPD) konnte die Bedenken der CDU nicht ganz verstehen: „Das sind doch jetzt Dinge, die der Veranstalter mit der Stadt klären muss. Ich verstehe nicht, warum das so kompliziert gemacht werden muss.“ Hans-Georg Westphal ergänzte: „Ich denke, dass die Stadt bis 2020 noch viel stärker betroffen ist durch die Sanierung als im nächsten Jahr.“ Hauptausschussvorsitzender Matthias Rachfahl versuchte zu klären: „Es geht hier um einen Zuschuss für das Stadtfest und die Frage, in welcher Form was stattfinden kann. Für uns als CDU wird es nicht möglich sein, dem Zuschuss so zuzustimmen.“

Margret Möller (FDP) hatte da weniger Bedenken und schlug einen Kompromiss vor: „Wir können doch den Zuschuss mit dem Vermerk versehen, dass die Förderung nur ausgezahlt wird, wenn das Fest auch stattfindet.“ Als deutlich wurde, dass dies sowieso gegeben sei, stimmten SPD, Grüne, FDP und FWE schließlich für den Zuschuss, die CDU – wie angekündigt – dagegen.

Die Grünen mahnten nach der Diskussion an, das Verwaltung ständig berichte, dass alle informiert und es Abstimmunsgrunden zwischen den Akteuren in Eutin gibt. Dass Helge Nickel als Veranstalter von drei Festen bisher nicht einbezogen wurde, „erstaunt mich doch sehr“, so Eike Diller (Grüne).

Und was sagt Nickel dazu? „Wenn die Peterstraße wegfällt, wird es ein Rechenspiel und fängt an, wirtschaftlich völlig uninteressant zu werden.“ Kurz: Es lohne sich nicht mehr für ihn.

Zur Gefahr des Aussetzens der Veranstaltung sagte er den Ausschussmitgliedern: „Die Händler reisen bundesweit zu Veranstaltungen und werden zwangsläufig eine Veranstaltung finden, die jedes Jahr in etwa das einbringt, was beim Stadtfest alle zwei Jahre rumkommt und dann kommen sie nicht mehr nach Eutin. Das wäre fatal.“

Und zur Kritik an der inhaltlichen Ausrichtung des Stadtfestes rechnete er nur das Ergebnis seines Rundganges zum Landesgeburtstag vor, für dessen Ausrichtung er auch gerne gefragt worden wäre: Von 101 Ständen waren 36 gastronomischer Art. „Beim Stadtfest beträgt die Quote nur zehn Prozent.“

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erstellt am 06.Okt.2016 | 00:09 Uhr

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