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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 11:17 Uhr

Eutin : Sprungbrett LGS?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Wirtschaftsbeirat lud gestern ein zum Blick zurück und in die Zukunft Eutins.

Seit vier Tagen sind die Tore der Landesgartenschau (LGS) geschlossen. Nun zogen Martin Klehs, Bernd Rubelt und Bürgermeister Carsten Behnk gemeinsam mit der lokalen Wirtschaft bei der Sitzung des IHK-Wirtschaftsbeirates Ostholstein ein Resümee.

Die erwartete Urlauber-Zahl habe man mit der LGS nicht erreicht, räumte Carsten Behnk ein. „Wir hätten die Umgebung stärker bewerben, den Radius größer als 50 Kilometer ziehen müssen.“ Während Kiel noch mit der Marketingkampagne bedacht wurde, sei Hamburg aus Kostengründen vollständig ausgeklammert worden. „In der Nachbetrachtung hätte man Hamburg einbeziehen sollen“, so das Verwaltungsoberhaupt. „Wir haben versucht, im August nachzusteuern, als die Besucherzahlen nicht wie erhofft waren, aber da waren viele Werbeflächen schon weg.“ Trotzdem: „Die LGS ist nicht als Projekt beendet, sondern als Event“, so Carsten Behnk. Eutin habe durch die Gartenschau Bekanntheit im gesamten Land erlangt. „Und das ist nicht leicht für ein einmaliges Ereignis.“ Der jetzige Schwung müsse genutzt und die Holsteinische Schweiz touristisch stärker mit der Ostseeküste verbunden werden.

Bauamtsleiter und LGS-Geschäftsführer Bernd Rubelt sagte: „In Eutin wäre eine LGS ohne Stadtentwicklungs- und Altstadtsanierungskonzept nie veranstaltet worden.“ Ein Drittel des Stadtentwicklungskonzeptes sei innerhalb von drei Jahren umgesetzt und 50 Prozent der Maßnahmen des Altstadtkonzeptes erfüllt worden. „Die LGS ist ein Teil des Gesamtkonzeptes. Der Erfolg ist sichtbar an den Impulsen für die Stadt.“ Dazu zählte Rubelt etwa den neu gestalteten Kirchhof und die sanierte Infrastruktur für 20 Millionen Euro. Eutin aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, müsse jetzt das Ziel sein, ergänzte Martin Klehs.

Weniger positiv fiel der Blick auf 159 Tage LGS bei den Wirtschaftstreibenden aus. LMK-Inhaber Thomas Menke: „Es ist nicht so gelaufen wie gewünscht. Marketingspezialisten haben uns blühende Landschaften versprochen.“ Vor allem an den verkaufsoffenen Sonntagen seien die Umsätze für den Einzelhandel jedoch rückläufig gewesen. Trotzdem baue Menke auf die langfristige Wirkung der LGS für Eutin. „Und sie war Initialzündung für uns, dem Unternehmen ein Facelifting zu verpassen. So haben wir ein modernes Kaufhaus geschaffen.“ Hans-Ingo Gerwanski sagte zum Thema: „Die Gastronomie hätte sehr viel mehr mit mehr Personal umsetzen können.“ Immerhin sei eine gemütliche Gastronomie für Besucher wichtig. Doch qualifiziertes Personal zu finden, sei eben schwierig gewesen, räumte das WVE-Vorstandsmitglied ein. Claus-Peter Matthiensen, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein, zeigte sich überzeugt von der Strahlkraft der LGS: „Eutin hat mit der Gartenschau und der Stadtsanierung einen Sprung in die Zukunft gewagt.“ Carsten Behnk zugewandt sagte Matthiensen: „Die Stadt ist sehr schön geworden. Ich hege große Bewunderung für die Leistung und den Mut der Politik.“

Den Schwung der LGS nutzen und eine regionale Vernetzung mit der Ostseeküste schaffen – Dafür plädierten die Anwesenden einhellig. Aber: „Eutin ist von der Ostseeküste abgehängt worden“, sagte Thomas Menke. So sei etwa Scharbeutz ein florierender Urlaubsort geworden. „Dort werden Kurzurlauber komplett abgefrühstückt, sodass sie nicht mehr ins Hinterland zu fahren brauchen.“ Die gesamte Region könne besser vermarktet werden, wenn die Wirtschaftstreibenden zusammenarbeiten würden: „Wir haben mit Eutin etwas Traumhaftes zu bieten. Wir müssen es nur vermitteln.“ Katja Lauritzen, Geschäftsführerin Ostsee-Holstein-Tourismus, sagte dazu: „Die Chance ist hier die dunkle Jahreszeit.“ Insbesondere mit kulturellen Veranstaltungen könne man künftig mehr Menschen für Eutin begeistern.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 18:32 Uhr

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