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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 13:38 Uhr

Sprachstreit belastet Albaner-Prozess um Einbrüche auch im Kreis Plön

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vor dem Landgericht in Kiel begann gestern der bereits dritte Prozess im Zusammenhang mit einer großen Einbruchsserie zum Jahreswechsel im Raum Kiel und in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde. Angeklagt sind erneut zwei albanische Flüchtlinge aus einer Unterkunft in den Kührener Höfen bei Plön. Ihnen wirft die Anklage vor, zusammen mit den bereits Verurteilten, bzw. Angeklagten und anderen für diese verantwortlich gewesen zu sein.

Gleich zu Beginn der Verhandlung drohte der Prozess zu platzen, nachdem der Anwalt des heute 26-jährigen Angeklagten Albert N. vor Gericht monierte, dass die Anklageschrift von seinem Mandanten weder gelesen noch verstanden worden sei, weil diese in einem für ihn unverständlichen albanischen Dialekt abgefasst worden sei. In der Tat gibt es in Albanien zwei sehr unterschiedliche Sprach und Schreibformen.

Nach kurzer Beratung gelang es dem Gericht, die von der Verteidigung benannte Dolmetscherin zu berufen, so dass die Anklage von ihr simultan im entsprechenden Dialekt übersetzt werden konnte. Vorgeworfen werden dem Angeklagten insgesamt zehn Taten, wobei er seine Mittäter dabei in einem Pkw zu den Tatorten fuhr und bei den Einbrüchen als Wache fungierte.

Seinem Mitangeklagten Maximijano Z. (21) werden sieben Taten vorgeworden – unter anderem auch in Preetz. Wegen der Schwere der Taten und des Schadens wurden sie vor dem Landgericht angeklagt.

Ein erster jugendliche Täter wurde bereits verurteilt und noch am gleichen Tag in seinem Heimat abgeschoben (Der OHA berichtete). Ein zweiter Prozess läuft derzeit noch. Der jetzt begonnene Prozess vor dem Landgericht ist quasi das „Bindeglied“ zu den beiden anderen, wobei die Taten in sehr unterschiedlicher Zusammensetzung verübt wurden. Noch sind laut Anklage nicht alle Mittäter ermittelt worden. In zwei Wochen wird der Prozess nun in die Beweisaufnahme einsteigen. Bis dahin soll es auch eine schriftliche Übersetzung der Anklage in der jeweiligen Sprache geben. Allerdings ließ der Angeklagte Albert N. bereits übersetzen, es sei alles nicht so gewesen wie es in der Anklage stehe und wörtlich zum Richter: „Verurteilen Sie mich doch und lassen Sie mich in Frieden.“ Eine im Vorfeld versuchte Verständigung zwischen Anklage, Verteidigung und Gericht ist bereits gescheitert. Seite 11

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erstellt am 04.Jul.2016 | 14:09 Uhr

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