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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 17:27 Uhr

Sportplatzstreit: Wogen geglättet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der TSV Schönwalde und die Gemeinde wollen am 7. November neu über die Unterhaltung des Sportplatzes am Jahnweg verhandeln

Zehn Gemeindevertreter hatten Montagabend bei ihrer Sitzung in Mönchneversdorf ein ungewöhnlich großes Publikum: 58 Gäste, die meisten Mitglieder des TSV Schönwalde, reizten die Kapazität der Bürgerbegegnungsstätte aus.

In der Einwohnerfragestunde eröffnet die TSV-Vorsitzende Claudia Piutti mit der Frage nach der Form der künftigen Zusammenarbeit beim Betrieb der Sportanlage am Jahnweg mit der Gemeinde eine intensive Diskussion, an der sich zahlreiche der Anwesenden beteiligten. An deren Ende stand ein Kompromiss: Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) versprach, ab sofort den Bauhof wieder freitags statt dienstags den Sportplatz mit dem Mäher der Gemeinde trimmen zu lassen. Über die finanzielle Unterstützung, die eingereichten Anträge und eine mögliche künftige Ausgestaltung des Nutzungsvertrages für die Sportanlage soll am 7. November im Finanzausschuss gesprochen werden, dann seien die Haushaltsberatungen erfolgt.

Eher zähneknirschend nahm die Vorsitzende das Angebot an, machte aber noch einmal ihrem Ärger über die Verschleppung ihrer Anträge Luft. Peter Seehusen (SPD) hatte zuvor erklärt, die seit 24. August vorliegenden Schriftstücke erst am Wochenende vor der Sitzung des Finanzausschusses bekommen zu haben, weshalb die Beratung vertagt worden sei. „Den Schuh ziehen wir uns an, aber wir bekommen auch nicht mehr heraus wer das zu verantworten hat,“ versuchte der Bürgermeister eine Entschuldigung.

Piutti entgegnete: „Das war ja nicht das erste Mal. Das ist jedes Jahr so, und erst kurz vor der Jahreshauptversammlung kommen dann die Zusagen.“ Ihr Mann Marcel Piutti kritisierte den Kompromiss: „Was soll ich im November mit einem Rasenmäher?“ Er erinnerte wie zuvor die 2. Vorsitzende Anja Kröger an die vertraglichen Pflichten der Gemeinde. Die Frage, wofür 18  600 Euro wirklich ausgegeben werden, die für Unterhalt von Sportplatz und Mehrzweckhaus im Haushalt 2016 der Gemeinde stehen, wurde in der Sitzung nicht beantwortet.

Schönwalde sei Bedarfsgemeinde, sagte Wolfgang Krahl (CDU), damit begründete der Vorsitzende des Finanzausschusses das zögerliche Agieren. Die Mittel würden frühestens im Haushalt 2017 stehen können. Das löste Widerspruch der TSV-Vertreter aus: Die Verpflichtungen der Gemeinde aus dem nun vom Verein gekündigten Vertrag seien nichts überraschendes.

Ohne Antwort blieb auch die Frage: „Was machen Sie, wenn der reparierte Rasenmäher 2017 irreparabel kaputt geht?“ Plötner hatte angekündigt, der Mäher werde bald wieder laufen, und der Bürgermeister unterstrich: „Wir sind stolz auf den Verein.“ Angela Hüttmann (SPD), die zugleich Schulverbandsvorsteherin ist, pflichete bei: Dem TSV seien deutlich mehr Zeiten in der Schulsporthalle zugesprochen worden als anderen Vereinen und er zahle 20 Prozent weniger Nutzungsgebühr.

Bei einem später in der Sitzung einstimmig genehmigten Zuschuss von 500 Euro für eine neue Turnmatte äußerte sie aber auch leise Kritik: „Früher hat man mal vorher darüber gesprochen und dann erst gekauft.“ Angesichts der schleppenden Antragsbearbeitung durch die Gemeinde sei das nicht anders möglich, wenn man Sponsoren „bei der Stange zu halten“ wolle, entgegnete Claudia Piutti.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 10:52 Uhr

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