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Ostholsteiner Anzeiger

24. April 2017 | 21:08 Uhr

Sporthallen-Bau verzögert sich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

SPD bringt „neues“ Grundstück ins Spiel / Ausschuss trifft keine Entscheidung für oder gegen „Eingraben“ / Planer kann nicht weiterarbeiten

Keine Entscheidung, aber neue Spekulationen: Planer und Verwaltung hatten gehofft, dass die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwochabend entscheiden, ob die geplante Halle am Alten Güterbahnhof eingegraben werden soll oder nicht. Doch stattdessen beantragte die SPD gleich zu Beginn des Tagesordnungspunktes das Thema Dreifeldhalle komplett zu verschieben, „weil die Zukunft des Standortes in Frage steht“, sagte Udo Klußmann (SPD). Über die genauen Gründe wollte er sich nicht öffentlich äußern, es handele sich um ein Grundstück, dessen Eignung gerade geprüft werde.

Welches Grundstück kann das sein? Laut OHA-Informationen soll es sich dabei um das Nachbargrundstück der Wilhelm-Wisser-Schule an der Elisabethstraße handeln. „Wir haben vor drei Jahren alle in Frage kommenden Grundstücke geprüft“, sagte Bauamtsleiter Bernd Rubelt auf Nachfrage, auch das besagte Grundstück sei darunter gewesen. Das Grundstück sei auch attraktiv, um über eine Schulerweiterung am Berg nachzudenken, bestätigte Rubelt. Doch Stadt könne nicht jeden geforderten Kaufpreis zahlen, sondern müsse sich am gutachterlich festgelegten Bodenwert orientieren. Dieser sei an der Stelle hoch, da es sich um ein Wohngebiet handelt. Für Rubelt ergebe sich daraus kein alternativer Standort für die Sporthalle. In einem vorangegangen Schulausschuss hatte die SPD ebenfalls eine Grundstücksalternative diskutieren wollen (unweit des Discounters, gegenüber der Schule, wir berichteten), die laut Bürgermeister Carsten Behnk nie eine wirkliche Alternative wahr, da eine Prüfung gezeigt habe, dass ein zur Erschließung notwendiges Grundstück in der Friedrichstraße derzeit nicht zum Verkauf stehe.

Die Grünen hatten mit einem Antrag Mittwochabend angeregt, den Schulausschuss entscheiden zu lassen, ob es einem Mehrzweckraum für rund eine Million Euro an der Sporthalle bedarf oder nicht. Dies wurde einstimmig beschieden. Zuvor betonte Christiane Balzer (Grüne) aber: „Wir wollen weder die Halle noch den Standort in Frage stellen, aber die Kosten von 7,5 Millionen Euro haben uns ein Stück weit eingeholt und wir sollten schauen, wo wir Geld sparen können.“

Bauamtsleiter Bernd Rubelt nannte eine Möglichkeit zum Sparen: Laut Innenministerium ist die „Nutzbarmachung von Brachen“ förderfähig, dafür gebe es Mittel aus dem Efre-Fonds. Die Erschließung und die Entsorgung der Altlasten könnten laut Rubelt, bei einem positiven Entscheid, eingespart werden. Der Antrag dafür müsse allerdings bis Ende April gestellt werden. Geschätzte Fördermittel: bis zu einer Million Euro.

Der Kieler Architekt machte noch einmal die Rahmenbedingungen deutlich: keine Erschließung, Altlasten auf dem Gelände, besondere Schallschutzanforderung. Aber: „An anderen Standorten hätten wir andere Rahmenbedingungen zu beachten. Probleme kann es überall geben.“ Auf Nachfrage der Senioren- und Behindertenbeauftragten stellte der Planer klar, dass sowohl barrierefreie Umkleiden sowie WCs als auch Plätze an der Tribüne für Rollifahrer vorgesehen sind. Ein Aufzug ist ebenfalls eingeplant. Die Bemerkung, dass die Teleskopbühne nicht barrierefrei sei, hatte zuvor für Missverständnisse gesorgt.

Wie geht es jetzt weiter? Ursprünglich sollte die Halle in den Osterferien 2019 fertig sein. „Aber ohne Beschlüsse können weder wir noch der Planer weiterarbeiten“, sagte Rubelt. Um den Zeitplan zu halten, hätte es eine Entscheidung am Mittwochabend zumindest für oder gegen „Eingraben“ gebraucht. Rubelt rechnet derzeit mit einer Fertigstellung binnen der Sommerferien 2019.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 11:00 Uhr

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