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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 14:53 Uhr

SPD zweifelt an Feuerwehr-Expertise

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Freiwillige Feuerwehr Neudorf bekommt nach ausgiebiger Diskussion das von ihr gewünschte Löschgruppenfahrzeug LF 20

Die Neudorfer Wehr bekommt ein neues Feuerwehrfahrzeug, genauer ein LF 20. Das ist das Ergebnis einer fast einstündigen Diskussion im jüngsten Feuerwehrausschuss – angestoßen von der SPD.

Doch von vorn: Der Ausschuss selbst kam am Mittwochabend zusammen, um über die Details des Fahrzeugs aus dem von der Feuerwehr selbst zusammengestellten Leistungsverzeichnis zu sprechen, denn der Auftrag für das Fahrzeug muss noch in dieser Woche vergeben werden, machte Ordnungsamtsleiterin Julia Lunau in der Sitzung deutlich. Dass die Neudorfer Wehr ein neues Fahrzeug Typ LF 20 im Rahmen von insgesamt 400  000 Euro bekommt, wurde längst beschlossen. Es ging nur um die Details.

Die SPD sah das offensichtlich anders, denn Detlef Kloth überraschte nach seinem Vortrag über ein Hilfe-Löschfahrzeug (HLF) 20 aus Harrislee, das die dortige Wehr „schon“ für 316  000 Euro erhalten hatte, mit einem Gegenantrag, der Neudorfer Wehr ein HLF 20 zu kaufen, „weil die für fast alle Einsatzszenarien ausgerüstet sind“. Die anwesenden Wehr-Mitglieder, darunter Ortswehrführer Stefan Klesny und Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt schmunzelten, ließen der Politik aber Diskussionsvortritt.

Während CDU und Grüne zusammen mit FDP und FWE versuchten der SPD zu verdeutlichen, dass die Experten – die Feuerwehrleute selbst – doch wissen müssten, welchen Stand der Technik sie für ihre Art der Einsätze brauchten und auf den aufwendig erstellten Feuerwehrbedarfsplan verwiesen, kam Klaus Kibbel (SPD) mit der These: „Ich glaube, dass die Eutiner Wehr Neudorf nicht das gleiche gönnt, sondern sie klein halten will.“ Heino Kreutzfeldt, bis dato sehr zurückhaltend, hielt es nicht mehr auf dem Stuhl: „Wir haben hier mehr als einmal gesessen und mit Ihnen den Feuerwehrbedarfsplan erarbeitet, in dem auch die Fahrzeuge stehen, die wir extra so ausgesucht haben, dass sie auch innerhalb der Ortswehr flexibel einsetzbar und bei gemeinsamen Einsätzen gut kombinierbar sind.“ Das HLF sei wesentlich kostspieliger als der genannte Preis. „Sie haben noch kein Angebot vorliegen. Gehen Sie davon aus, dass wir mit der Bestückung des Wagens nicht den letzten Cent ausgereizt haben. Ich finde es absurd, dass man uns unterstellt, wir könnten nicht das richtige Fahrzeug beschaffen“, so Kreutzfeldt. Klesny ergänzte: „Der Hauptunterschied zwischen HLF und LF ist das hydraulische Gerät für die Rettung, und das nehmen wir vom alten Fahrzeug mit.“ Außerdem sei das HLF für zahlreiche Zufahrten in Eutin zu schwer.

Heiko Godow (CDU) kommentierte die SPD-These kurz mit „das ist doch Latte“. „Ich streite mich sonst gerne, aber es gibt Dinge, die würde ich mir nie anmaßen und dazu gehört dies hier. Von dem, wovon wir hier sprechen, davon haben sie wenig Ahnung aber davon eine Menge. Ich verstehe Sie nicht, das entspricht doch gar nicht dem Charakter der SPD“, führte Godow aus. Aus seiner Sicht sei eine Entschuldigung und eine Kiste Bier für die Unterstellung notwendig.

Der Gegenantrag der SPD wurde abgelehnt. Dem neuen Fahrzeug wurde, wie beantragt, mehrheitlich ohne SPD-Votum zugestimmt.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 00:33 Uhr

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