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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 12:33 Uhr

SPD ringt um eine gemeinsame Position zum Haus des Gastes

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Wie stehen wir zur Bürgerinitiative und zum Haus des Gastes“ – das war wohl die härteste Nuss, die die Mitglieder des SPD-Ortsvereines am Sonnabend im Brauhaus auf ihrer Mitgliederversammlung zu knacken hatten. Das Problem der SPD – die Spaltung in drei Lager: abreißen, stehen lassen bis sich ein Investor findet oder langfristig erhalten. Eugen von Ruskowski, auch Mitglied der Bürgerinitiative für den Erhalt und die Sanierung des Haus des Gastes (HdG), warb für den langfristigen Erhalt und kritisierte das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten scharf: „Wir haben zu keinem Zeitpunkt eine Modernisierung gefordert, aber nur so gelang es den Preis auf 2,84 Millionen Euro zu treiben, damit möglichst viele sagen ‚Das ist uns zu teuer, das wollen wir nicht.‘“ Die Experten der BI schlagen eine Sanierung für rund 500000 Euro vor, darin enthalten seien unter anderem Brandschutzmaßnahmen und barrierefreie Umbauten.

SPD-Fraktionschef Hans-Georg Westphal widersprach dem energisch: „Allein der Brandschutz für ein dann öffentlich zu nutzendes Gebäude kostet, was die BI als Gesamtsumme investieren will“. Die Wahrheit liege irgendwo zwischen beiden Summen. In einem Positionspapier der SPD-Fraktion der Stadtvertretung heißt es, dass ein Abriss erst dann für die SPD in Frage kommt, wenn eine andere öffentliche Nutzung kurz bevor steht. „Eine aufwendige Sanierung kommt für uns deshalb nicht in Frage“, so Westphal. Drei Millionen Euro für das HdG wirke sich bei Investitionsmaßnahmen der Stadt an anderer Stelle aus, so Westphal.

Und es gab Mitglieder wie den Senioren- und Behindertenbeauftragten der Stadt, Hans Rech, der schon bei der ersten BI für den Abriss war und sich durch die Anwesenheit der Kunsthistorikerin Karin David „überfallen“ fühlte. David hatte mit Blick auf mögliche Fördermaßnahmen den Sinn der Mitglieder für den Denkmalschutz öffnen wollen: „Eutin kann es sich nicht leisten, ein Haus entgegen der Fakten abzureißen. Kulturelles Erbe muss man schützen.“ Demnach seien die Chancen, den Ursprungsbau des HdG ohne Anbau unter Denkmalschutz zu stellen, gut. Dann böten sich auch ganz andere Fördermöglichkeiten. Beim HdG handele es sich um ein „kulturelles Erbe der Nachkriegsmoderne“, so David.

Nach langer Diskussion stellten sich 16 Mitglieder, darunter auch Abrissbefürworter, hinter das Positionspapier – „Kein Abriss auf Vorrat“, fünf wollen die Bürgerinitiative unterstützen.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 00:54 Uhr

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