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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 10:00 Uhr

Sozialministerin besucht Frauenprojekt und Jugend-Workcamp

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gleich zwei innovative Sozialprojekte besuchte Kristin Alheit im Zuge ihrer Sommerreise gestern in Eutin und Süsel. Dabei standen das Projekt „SUSE – Sicher und selbstbestimmt“ im Frauennotruf in Eutin sowie das internationale Jugend-Workcamp in Süsel auf der Tagesordnung.

„Wir hätten eine andere Gesellschaft, wenn wir inklusiver denken würden“, sagte die Sozialministerin im Frauennotruf Ostholstein. Die Fachberatungsstelle zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Eutin ist Teil des Projektes „SUSE“. Das Modellprojekt läuft seit 2014 und hat sich zum Ziel gemacht, von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen mit Behinderung besseren Zugang zu verschiedenen Unterstützungsangeboten zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen. So es sei zum Beispiel sehr schwierig, Therapieplätze für Frauen mit geistigen Behinderungen zu finden, erklärte Maeve Reichel, Psychologin beim Frauennotruf. Viele Stellen wissen gar nicht, wie sie damit umgehen sollen, erzählte sie weiter. Einer repräsentativen und vom Bundesfrauenministerium in Auftrag gegebenen Studie zufolge, seien behinderten Frauen fast doppelt so häufig körperlicher oder psychischer Gewalt ausgesetzt, als Frauen ohne Beeinträchtigungen. „Es ist einfach schwer, die Leute für das Problem zu sensibilisieren“ konstatierte Alheit.

Ostholstein ist eine der fünf Modellregionen, die bundesweit am SUSE-Projekt teilnehmen. Das Ziel ist es, den Aufbau und die Vernetzung lokaler Akteure – zum Beispiel von Beratungsstellen und Einrichtungen – zu koordinieren und zu stärken. „Der Frauennotruf in Eutin zeigt, wie man niedrigschwellige Angebote für besonders betroffene Gruppen organisieren kann“, sagte die Sozialministerin. „Ich freue mich, dass einer der wenigen bundesweiten Modellversuche in Schleswig-Holstein läuft. Das Konzept hat Zukunft und füllt eine Lücke.“

Ein Fachtag im Eutiner Kreishaus (26. September, 9.30 bis 16 Uhr), der das Thema Frauen und Mädchen mit Behinderungen in den Fokus rücken wird, soll den Abschluss der Modellzeit des Projektes „SUSE“ in Ostholstein bilden. Um eine Anmeldung per E-Mail (info@mixed pickles-ev.de) oder Fax (04521/ 7021642) wird gebeten. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro (ermäßigt 15), inklusive Mittagsimbiss und Getränke.

Nach ihrem Aufenthalt in Eutin ging es für die Sozialministerin direkt weiter in das Jugendferienheim Tannenhöhe in Süsel. „Egal woher man kommt, egal welche Sprache man spricht, wenn man ein gemeinsames Ziel hat, funktioniert es“, sagte Alheit vor den versammelten Gruppe aus dänischen, ukrainischen und deutschen Jugendlichen. Die junge Gruppe ist dabei ein seetüchtiges Wikingerschiff zu bauen. Die Sprache wird übrigens in diesem Fall zu keinem Hindernis, alle Jugendlichen sprechen Deutsch. Das für drei Jahre angelegte Projekt wird vom Verein Alte Schule e.V. aus Buchholz sowie zwei Partnerorganisationen aus Dänemark und der Ukraine umgesetzt.

Vor einem Jahr begannen die Jugendlichen mit ihrer Arbeit in Dänemark, momentan schuften sie in Süsel und im kommenden Sommer soll es in der Ukraine weitergehen.

Für Alheit verkörpere dieses Projekt auch „ein Stück weit“ den europäischen Gedanken. Katharina Teiting, Projektleiterin, wurde noch deutlicher: „Für mich baut ihr hier nicht nur ein Wikingerschiff, sonder ihr Baut Europa, das Europa der Zukunft.“

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