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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 07:18 Uhr

Plön : Sommerferien, Tanz und Theater

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine Kinderfreizeit am Koppelsberg will Kultur spielerisch vermitteln. Über 90 Jungen und Mädchen von 9 bis 13 Jahren sind dabei.

Im ersten Moment mutet die Kulisse an, als wäre sie einer Fantasiewelt entsprungen. Greifvögel ziehen durch den Raum, wandelnde Bäume suchen sich ihren Weg von drinnen nach draußen. Doch was zunächst so surreal wirkt, entstammt in Wahrheit den Proben zum Sommertheater „Eine Reise in das Land der Fabelwesen“. 21 Mädchen und sechs Betreuer haben sich dafür zwei Wochen lang in der Akademie am See auf dem Koppelsberg einquartiert, die Präsentation ist am nächsten Donnerstag. Das Theater ist Teil des Angebots der Sommerfreizeit für Kinder, welche die Akademie zum vierten mal anbietet. Ziel: kulturelle Bildung spielend vermitteln.

Von Berlin an den Koppelsberg – ein Kulturschock? Claudia Schildert lacht. Sie sei ja nicht das erste Mal in der Gegend und habe die Natur und die saubere Luft daher schon richtig herbeigesehnt. „Sowas haben wir in Berlin leider nicht.“ Von der Hauptstadt aus koordiniert sie normalerweise die deutschlandweite Initiative „Kultur macht stark“, hervorgegangen aus einem Bündnis des Bundesbildungsministeriums mit über 30 lokalen Fachverbänden und -vereinen. Die Kinderfreizeit am Koppelsberg ist seit 2013 Teil des Projektes und dessen Leiterin in dieser Woche eingeladen, auch mal bei der praktischen Umsetzung vorbeizuschauen. Für Claudia Schildert eine willkommene Abwechslung vom Büroalltag: „Wenn man sonst hauptsächlich Rechnungen schreibt und Telefonate führt, ist es auch schön, mal rauszukommen.“

Und zu sehen gibt in der Akademie aktuell so einiges. Neben der Theatergruppe probt auch der Rhythmikworkshop schon fleißig für seinen Auftritt am Wochenende, zu dem viele Freunde und Verwandte eingeladen sind. Angeleitet werden die zehn Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren von Rhythmikpädagogin Christane Abdel-Salam. Sie setzt vor allem auf Bewegung als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. „Die Kinder sollen aber nicht zuletzt auch selbst entscheiden, was ihnen Spaß macht.“ Erstes Ergebnis: Das gemeinsame Basteln von Masken, welche die Gefühle in bestimmten Alltagssituationen ausdrücken sollen.

Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Elke Westermann und Saskia Tiller, verantwortlich für die Leitung des Sommertheaters. „Es bringt nichts, den Kindern etwas vorzugeben, womit sie dann überhaupt nichts anfangen können“, weiß Westermann. Das Thema Verwandlung steht allerdings auch in ihrer Gruppe hoch im Kurs, nur das für die Fertigung der Requisiten doch etwas mehr Mühe nötig war. „Geholfen hat dabei natürlich meine Ausbildung zur Maskenbildnerin“, lacht Saskia Tiller, die die Verkleidungen mühevoller Kleinarbeit zu Hause vorbereitet hat. Das Ergebnis scheint den Nachwuchsschaupielern zu gefallen, wann kann man schließlich sonst mal als Baum durch die Gegend laufen?

Über 90 Kinder werden bis zum 19. August je zwei Wochen lang ihrer Ferien auf dem Koppelsberg verbringen. Nächste Woche starten noch eine Musicalgruppe, sowie der Workshop „Zirkus trifft Theater“ in ihre gemeinsame Sommerfreizeit. Claudia Schildert ist nach ihrem Rundgang aber schon jetzt begeistert. „Mit welchem Enthusiasmus hier alle dabei sind, ist schon faszinierend“, lobt die Projektleiterin und stellt zudem nochmals den Anteil der vielen Gruppenleiter und Betreuer heraus. Diese hätten im Vorfeld unentgeltlich eine Menge ihrer Freizeit geopfert, um das jetzige Programm überhaupt möglich zu machen. 2017 wird es daher auf jeden Fall wieder eine Kinderfreizeit in der Akademie am See geben. „Doch“, ergänzt Claudia Schildert, „ich wüsste gerade nicht, warum wir dieses Angebot nicht auch noch viele weitere Jahre hier haben sollten.“

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erstellt am 05.Aug.2016 | 15:00 Uhr

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