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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Soliton feiert 20. Geburtstag: „Wir haben nichts zu befürchten“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Verein Soliton als eine Einrichtung der in die Diskussion geratenen Eingliederungshilfe feiert sein 20-jähriges Bestehen

Der Verein hat keine hohen Bekanntheitsgrad. Für zurzeit etwa 150 Menschen im Land ist er aber eine wichtige Hilfe: „Soliton“. Seine auf vier Regionalstellen verteilten Mitarbeiter sind Sozialpädagogen, die psychisch erkrankte Menschen mit dem Ziel begleiten, sie in ein „normales“ Leben zu führen. Und sie betreuen mit einem besonderen Blick auf die Kinder Familien, in denen ein Mitglied psychisch erkrankt ist.

Soliton wurde vor 20 Jahren in Kiel gegründet, der Sitz des Vereines ist in Postfeld (Kreis Plön), Regionalstellen gibt es in Kiel, Lübeck, Neumünster und seit 2009 in Eutin (Riemannstraße 56). Zum 20-jährigen Bestehen gab es an allen Standorten eine Geburtstagsfeier mit Partnern und Klienten, in Eutin fand sie am Freitag im „Lichtblick“ statt.

In der Regionalstelle Eutin sind, wie Soliton-Geschäftsführer Jan Groth dem OHA sagte, sechs Sozialpädagogen tätig. Sie betreuen aktuell 37 Klienten und drei Familien, die sich über den ganzen Kreis Ostholstein verteilen.

Die Feiern fallen in eine Zeit, in der die Kosten für Einrichtungen der Eingliederungshilfe in die öffentliche Diskussion geraten sind: In einem vertraulichen Papier der „Koordinierungsstelle soziale Hilfen“ der Landkreise war, wie der OHA Ende Juni meldete, ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe durch Einrichtungen der Eingliederungshilfe in Schleswig-Holstein nicht ausgeschlossen worden.

„Da haben wir nichts zu befürchten, wir werden sehr gründlich geprüft“, sagte der Geschäftsführer dem OHA. Er gehe davon aus, dass eine Verschwendung von Mitteln am ehesten bei großen Trägern mit stationären Einrichtungen möglich sei, nicht aber bei so kleinen wie Soliton. Der Verein habe zudem nie daran gedacht, stationäre Einrichtungen zu betreiben, sondern sich auf ambulante Eingliederungsarbeit spezialisiert. Soliton arbeite in Ostholstein mit anderen Trägern und mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreisfachdienstes Gesundheit zusammen. Dessen Leiter Dr. Klaus Petzold gehörte zu den Gästen.

Neben der laufenden Diskussion über die Kosten der Eingliederungshilfe stehen mit einer zum Jahreswechsel erfolgenden Änderung des Teilhabegesetzes (Sozialgesetzbuch 12) auch Probleme mit einer neuen Definition des Behindertenbegriffes bevor, berichtete Jan Groth: Eine „seelische Behinderung“ werde es dann – in Anpassung an die Definition der Vereinten Nationen – nicht mehr geben. Groth: „Während sich körperliche Behinderungen leichter feststellen lassen, kann es bei der Vielfalt der seelischen Erkrankungen schon schwerer werden, zumal dabei die Bereitschaft des Betroffenen gefordert ist.“

Bei der Feier am Freitag standen indes nicht die ernsten Themen im Vordergrund, sondern nach kurzen Ansprachen des Soliton-Vorsitzenden Herbert Kulbarsch (Kiel) und dem Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienst, Dr. Petzold, die Begegnung und der Austausch unter den Gästen.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 11:50 Uhr

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