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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 22:59 Uhr

So viel Olympia wie möglich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nachwuchs-Stabhochspringer Jonas Langbehn wird die Spiele von Rio intensiv am Bildschirm verfolgen

Die Olympischen Spiele stehen für Jonas Langbehn im Mittelpunkt: „Ich werde so viel gucken wie möglich“, sagt der 17-Jährige, der als Stabhochspringer in diesem Jahr selbst bei den Jugend-Europameisterschaften gestartet ist. Natürlich interessieren ihn vor allem die Leichtathletik-Wettbewerbe, aber auch andere Sportarten verdienen seine Aufmerksamkeit.

Jonas Langbehn fand über den Zehnkampf zu seiner Spezialdisziplin, dem Stabhochsprung. Sportlich legt er sein Augenmerk vor allem auf den herausragenden Zehnkämpfer Ashton Eaten aus den USA, dem er auch die Goldmedaille zutraut. „Er überzeugt vor allem mit seinen starken Leistungen“, stellt der Gymnasiast fest, der im kommenden Jahr sein Abitur machen will. Doch bei Olympia in Rio steht nicht nur der Sport im Blickpunkt – das Thema „Doping“ hat viele sportliche Aspekte aus den Schlagzeilen verdrängt. „Ich finde Robert Harting gut, weil er seine Meinung – auch zu der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees – deutlich äußert“, meint Jonas Langbehn: „Ich finde, das IOC hätte im Fall Russlands härter durchgreifen müssen, selbst wenn es für die russischen Athleten schade gewesen wäre, die sauber sind.“

Im Stabhochsprung sieht er den Sieger mit 5,90 bis 6 Metern. „Ich bin gespannt, wie hoch es geht“, sagt der gut 1,90 Meter große Sportler. Er selbst hat in dieser Saison einen riesigen Leistungssprung erlebt. In der Hallensaison stand seine Bestmarke noch bei 4,40 Metern, eine sehr gute Höhe für einen Nachwuchsmann. Doch dann ging es explosionsartig immer höher. Bei der EM in Tiflis schraubte er seine persönliche Bestmarke auf 4,85 Meter – ehe ihn ein Muskelfaserriss stoppte. „Ich habe mich gut entwickelt, im Winter 2015/16 hat sich im Training gezeigt, dass noch Luft nach oben ist.“ Im Gespräch mit Landestrainer Hinrich Brockmann stellte der Bosauer fest, dass die EM-Norm in erreichbarer Nähe ist. „Dann haben wir beschlossen, dass ich angreife“, erinnert sich Jonas Langbehn, der auch von seinem Heimtrainer beim Bosauer SV, Andreas Köster, unterstützt wird.

Die Grundlagen für seine Spezialdisziplin legte er im Zehnkampf. „Das Training ist sehr abwechslungsreich, der Vorteil ist, dass in jeder Disziplin der ganze Körper gebraucht wird“, erläutert Langbehn. Sein Vorteil beim Stabhochsprung ist die Technik, denn „mit der richtigen Technik ist es viel einfacher“. Das Erfolgserlebnis bringt der Moment, in dem er die Latte überquert: „Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Latte liegen bleibt!“

Angst vor der Höhe hat er nicht. Er läuft 15 Schritte vor dem Einstichkasten los, sticht dann etwas 3,90 bis 4 Meter vor dem Kasten den Stab hinein, um sich dann in die Höhe zu stemmen. „Der Anlauf ist ungefähr 30 bis 40 Meter lang, das ist ein kurzer Sprint“, sagt Jonas Langbehn. Für den Anlauf braucht er Geschwindigkeit und Kraft: „Es muss eben alles zusammenkommen.“ Kunterbunt geht es an den Füßen der Stabhochspringer zu. „Jeder bevorzugt andere Schuhe“, sagt der hochgewachsene Athlet. Er selbst bevorzugt Weitsprung-Spikes, andere Dreisprung-, Hochsprung- oder Sprinterspikes, die sich jeweils durch Form und Anordnung der Nägel unter der Sohle unterscheiden.

In Rio geht der Franzose Renaud Lavillenie als der große Favorit an den Start, der im vergangenen Winter den Uralt-Weltrekord von Sergej Bubka geknackt hat. Chancen auf die Goldmedaille räumt Jonas Langbehn auch dem Kanadier Shaun Barber ein. Von den deutschen Startern hat er vor allem Raphael Holzdeppe im Blick. Klare Favoritin im Stabhochsprung der Frauen ist für ihn die griechische Europameisterin Ekaterini Stefanidi, die sich mit 4,81 Metern in diesem Jahr in Amsterdam den Titel sicherte.

In der Familie Langbehn spielt der Sport eine große Rolle, Jonas’ Mutter Iris hat Sport studiert, sein Vater Kay ist als Triathlet unter anderm beim Iron Man auf Hawaii gestartet. „Sein Erfolg hat uns auch überrascht“, sagt Iris Langbehn mit sichtlichem Stolz.

Als kleiner Junge hat Jonas Langbehn beim Bosauer SV Fußball gespielt, vor allem im Mittelfeld. „Einige Zeit habe ich auch noch parallel beide Sportarten betrieben“, sagt Jonas Langbehn. Heute haben sich seine sportlichen Vorlieben geändert: „Ich gehe gerne Wellenreiten, zum Beispiel im letzten Urlaub in Frankreich, und ich spiele gerne Basketball.“ Und natürlich wird er auch Wassersport und Basketball am Bildschirm verfolgen.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 21:14 Uhr

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