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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 19:26 Uhr

So schnell ist die Polizei – oder nicht

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zentralisierung und zu wenig Personal: Bis Hilfe kommt, dauert es länger

Ein Dieb vor der Haustür, das Auto an der Leitplanke oder Hilferufe aus der Nachbarwohnung: Oft zählt in solchen Notfällen jede Minute. Während die Polizei in Städten schnell zur Stelle ist, geraten Landkreise ins Hintertreffen. In Ostholstein brauchen die Ordnungshüter bei Notfällen der höchsten Kategorie 13,6 Minuten vom Eingang des Notrufs bis Ankunft der Funkstreife am Einsatzort, im Kreis Plön 13,2, im Kreis Steinburg fast 20 Minuten. Vorbildlich läuft es hingegen in Neumünster (8,2 Minuten) und Flensburg (8,4) sowie im Kreis Pinneberg (9,4). Das belegt eine Polizeistatistik für die Monate Mai, Juni und Juli 2016.

Insgesamt haben sich die Reaktionszeiten aber verschlechtert, wie eine Anfrage der FDP ergab. Danach waren Funkstreifen im Herbst 2014 durchschnittlich in 11,2 Minuten am „Tatort“. Jetzt brauchen sie fast eine Minute mehr. Aus Sicht der Liberalen rächt sich bitter, dass die Landesregierung viel zu lange am Personalsparkurs bei der Polizei festgehalten habe. „Anders als immer behauptet, hat der Rückzug aus der Fläche faktische Konsequenzen“, sagt FDP-Chef Wolfgang Kubicki. Weil Dienststellen geschlossen wurden, sind jetzt die Anfahrtswege weiter.

Auch die Gewerkschaft der Polizei ist beunruhigt. Die Zahlen spiegelten „das angespannte Personaltableau“ wieder, sagt GdP-Chef Karl Hermann Rehr. Binnen zehn Minuten will die Polizei am Einsatzort sein, dieses Ziel hat sie sich in ein einer Vereinbarung mit dem Innenministerium gesetzt. Die Funkwagen halten das meistens locker ein. Aber: Die Leitstellen geben Notrufe häufig nicht schnell an die Einsatzkräfte weiter. In Kiel dauert das fast sechs Minuten, in Schleswig-Flensburg sieben und im Kreis Steinburg 12,2 Minuten.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 20:11 Uhr

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